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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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VIII. Hans Waldmann.

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VIII. Kans Waldmann.

1. Sein Jugendleben undEmporkommen. Wie erfür Zürich sorgte und dasLandvolk strenge hielt.

Hans Waldmann stammte aus Blickensdorfim Lande Zug. In früher Jugend kam ernach Zürich und trat hier ins Bürgerrecht.Er fällte ein Handwerk erlernen. Doch zogder übermütige Bursche lieber als Reis-läufer iu fremde Kriege. Einige Schulbildung erwarb er sich auch. Nurwenige seiner Mitbürger führten, wie er, eine geläufige Handschrift.Mit Geschick und Gewinn betrieb er dann eine Eisenhandlung und er-wies sich tüchtig in den Ämtern, die man ihm übertrug. Als Zunft-meister der Gerber gelangte er in den Rat. Die Burgunderkriege machtenihn zum berühmten Mann. Er führte die Zürcher bei Murten und er-langte dort die Ritterwürde. Im Jahr 1488 bekleidete er zum ersten-mal das Amt eines Bürgermeisters, indem er die vornehmenGvldli verdrängte. Bon Stund an haßten ihn die Kvnstafler. Eraber hielt sich an die Zünfte; durch sie herrschte er in Zürich. Er brachtees dazu, daß nur noch der Räte, nicht mehr die Hälfte, aus derKonstafelzunft genommen wurden. Waldmann strebte danach, Zürichgroß und mächtig, zur ersten Stadt der Eidgenossenschaft zumachen.Als Bauherr der Stadt ließ er die Wasserkirche neu aufrichten und aus-schmücken und die Türme des Großmünsters neu erbauen. Er förderteund überwachte das Gewerbe und den Handel der Stadt. Weniger ver-spürte das Landvolk seine liebevolle Sorge. Als unfreie, von derStadt erkaufte Leute sollten die Bauern ihre Erzeugnisse nur iu derStadt verkaufen und ihre Waren einzig aus der Stadt beziehen. Siesollten nur den Pflug führen, Handel und Gewerbe ganz den Städternüberlassen. Waldmann erließ Mandate, d. h. Verordnungen, überden Bau der Reben und des Korns. Er bestrafte strenge das freieReislaufen, wiewohl er selber aus einem jungen Reisläufer der mächtigstePensionenherr geworden war, der sich Vvm französischen König und zu-gleich vom deutschen Kaiser und andern Fürsten Jahresgehalte bezahlenließ. Solches empörte die Landleute.

Horn der Bauern erregten namentlich2. Sie S.ttenmaudal- und - ^ine Sittenmandate. Er wollte damit

der zunehmenden Kleiderpracht und der Ver-schwendung an Geld, Speisen und Wein bei Festanlässen, wie Taufenund Hochzeiten, entgegenwirken. Den Bauern schrieb er vor, wie siesich kleiden und vergnügen sollten. Leider gab er selber nicht das besteBeispiel der Bescheidenheit. Er war der reichste Eidgenosse und triebfürstlichen Aufwand, wenn er fremde Gesandte empfing. Ritt er zuseinem Vergnügen nach Baden hinunter, so lebte er auch nicht nach denRegeln strenger Sitte. Seine Feinde, die Konstaflcr, freuten sich,als sie merkten, wie zu Stadt und Land eine allgemeine Empörung imAnzug war. Sie schürten das Feuer nach Kräften und schoben alle Schuld

Gründer und Brnggcr. Geschichte.

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