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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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154
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154 Geschichte der Eidgenossenschaft im Anfang des 16. Jahrhunderts.

konnte. Dann kehrte er als Geistlicher in sein Heimattal zurück, wo er1500 Bischof wurde. Er versah sein Amt mit größter Treue und Einsichtund besuchte die abgelegensten Teilchen des Landes. In Leuk ließ er eineBadeanstalt errichten. Er mahnte die Walliser ab vom Bund mit denFranzosen. Er war deren schärfster Gegner und wurde deshalb von denFranzosenfreunden aus dem Land vertrieben. Da berief ihn Julius zusich uud setzte ihm zur Aufgabe, die Eidgenossen für ein Bündnis zu ge-winnen. Schinner reiste in der Schweiz von einem Ort zum andern.Seiner außerordentlichen Beredsamkeit gelang es, den Eidgenossen be-greiflich zu machen, daß es ihre Christenpflicht sei, den heiligen Vaterin Rom zu beschirmen. So traten sie mit Julius in ein fünfjährigesBündnis.

z" D^^'-kweiIer eröber,l. Von den Franzosen wandten sich die

die A-möardei. ?»avierz«g 1512 . i Eidgenossen unwillig ab; denn KönigSüdliche Aogteien. : Ludwig XII. fing an, sie verächt-

. . . lich zu behandeln. Er nahm lieber

deutsche Landsknechte in Sold, die billiger zu haben waren. Auch hörteman in der Schweiz, die Franzosen hätten bei Lugano einen Schwyzcr-und einen Frciburgerbvtcn ums Leben gebracht. Da folgten die Eidge-nossen um so williger dem Rufe Schinners zu einer Heerfahrt in dieLombardei. In Chnr sammelte sich ihr Heer und zog über die Bündner-pässe nach Verona. Hier schlössen sich ihnen die Venetianer mit ihremGeschütz an. Schinner überreichte den Schweizern als Geschenk desPapstes einen reichgestickten Herzogshut und einen Herzogsdegen,dessen Scheide mit Edelsteinen reich verziert war. Das sollten die Ab-zeichen ihrer nationalen Selbständigkeit sein. Diese Andenkenbewahrt das Landesmuseum von Zürich auf. Die Eidgenossen warendiesmal nicht als bloße Lohnknechte, sondern in eigener Macht ausgerückt.Wie im Sturm durchschritten sie die Lombardei und vertrieben dieFranzosen. Diese leisteten einzig in Pavia ernstlichen Widerstand,daher diese Heerfahrt der Pnvierzug genannt wird. Wiederum gab esGeschenke vom Papst Julius, der hocherfreut die Schweizer als dasVolk Gottes und als Befreier der Kirche pries. Jeder eidgenössischeOrt und auch einzelne Ämter erhielten von ihm ein kostbares Banner.Ein Stück von dem Juliusbanuer, das nach Bern kam, ist neben demvon Sannen im historischen Museum zu sehen. Der beste Siegesprciswar aber das Stück Italien, das sich die Eidgenossen auf diesemFcldzug erwarben, der schönste Teil des heutigen Kantons Tessin. ESwaren die vier eunetbirgischen Vvgteien Locarno, Lugano, Men-drisio und Maiental (Vul Lla^ia). Die Bündner hatten die Heer-fahrt mitgemacht und eigneten sich die Vvgteien Cläven, Veltlinund Bormiv an.