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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Die Refonncuionezeit.

nahmen ihn dann ins Verhör. Er sollte widerrufen, d. h. für unrichtigerklären, was er gepredigt hatte. Huß aber wollte lieber sein Lebenverlieren, als eine Unwahrheit sagen. Kaiser Sigismund wagte nicht,ihn zu schützen. Als Ketzer verurteilt, bestieg Huß den Scheiter-haufen. Standhaft erlitt er den Feuertod. So hatte das Konzil denMann getötet, der ihm den besten Rat zur Kirchenerneuerung gebenkonnte. Als die Kunde von seinem Tod nach Böhmen drang, erhobenseine Anhänger einen wilden Rachekrieg. Dieser ruhte nicht eher, bisder Kaiser und das Konzil von Basel den Hussiten Religionsfreiheitgewährten. Man nennt Huß einen Vvrreformator. Er ist nur einervon vielen, die das Wagnis, die Kirche zu erneuern, mit dem Todebüßten. So lange die Kirche die Macht besaß, tötete sie jeden als Ketzer,der ihr widersprach und neue Gedanken verbreitete.

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2. Äberzaht der Klöster. Sitten-verderönis. Schlechter Kaushalt.

Im Lauf des 15. Jahrhunderts nahm derZerfall der Kirche noch zu. Die Haupt-schuld daran trug der geistliche Standselber. Man unterschied Weltgeistliche und Kloster geistliche.An beiden rächte es sich, daß sie die Wissenschaften vernach-lässigten. Das Kloster St. Gallen, das einst ein so Helles Licht aus-strahlte', ließ seine kostbare Büchersammlnng in einem dunklen Gewölbemodern. Wohlleben und Müßiggang verführten die Mönche zu allenLastern. Ein Drittel von allem Grund und Boden in der Schweizstand in geistlichem Besitz. In unserm Land gab es nicht wenigerals 400 Klöster. Im Bernbiet allein waren fast alle Orden desAbendlands vertreten, und in der Stadt Bern kamen auf 700 Häuser12 Klöster. In manchen dieser Gotteshäuser führten die Mönche einenso liederlichen Haushalt, daß die Regierung mit Strafen ein-schritt und den Klosterbesitz in eigene Verwaltung nahm. Nicht besserstand es um die Weltgeistlichen. Unwissenheit und Rvhheit herrschteunter ihnen. Viele waren dem Spiel und Trunk anheim gefallen. IhrMesselesen war sinnloses Lippenwerk. Ihre Predigten waren oft nur einleeres Geschwätz oder derbe Spässe. Der Bibel war selten einer kundig.

In den Kirchen hingen die Wände vollvon Heiligenbildern. Die unwis-sende Menge betete vor ihnen, als ob esGottheiten wären. Wo in einem Gottes-haus Reliquien, d. h. Gebeine oder andere Überbleibsel von „Heiligen",aufbewahrt wurden, dahin wallfahrteten die Leute, beteten und opfertenetwas von ihrer Habe. Sie taten es im guten Glauben, sich damit denHimmel zu verdienen. Wallfahrtsorte im Bernbiet waren, außerdem Vinzenzenmünster, besonders die Beatushöhle, Ober-balm, Büren a. A., Siebeneichen am Bielersee. Viele Wunder

3. Aon Mildern, Reliquienund Wallfahrtsorten. Jeher,der falsche Wundertäter.