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III. Luther und Karl V.
i K. Wie fich in Mcrn die Kir-chenerneuerung vorbereitet.
So viele Ärgernisse und Schäden im Kirchen-wesen durften nicht länger fortbestehen. EinReinigungsfeuer mußte den großen, altenBau der Kirche durchfegen. Das Leben der Geistlichen und ihreLehren, der Gottesdienst und die Volkssitten sollten erneuertund veredelt werden. Es kam die Reformation oder Kirchenerneue-rung. Auch in Bern brach sie sich Bahn, langsam aber stetig. Ihrgeistlicher Führer war BerchtoldHaller aus Rottweil, seit 1520 Leut-priestcr am Münster. Aus der gleichenStadt gebürtig war sein Freund undMitarbeiter, der Stadtarzt Anshelm.
Ihnen an die Seite schloß sich Niki ausManuel, ein Kriegsmann, Dichterund Maler. Er malte auf die Innen-seite der Kirchhofmauer beim Prediger-kloster (Zeughausgasse) einen Toten-tanz; das war eine lange Bilderreihe,welche zeigte, wie der Tod die Menschenaller Stände, vom Papst bis zum Bett-ler, abholt, wann ihre Zeit um ist,und wie er sie alle gleich macht. Unterdem Papstbild stand das Sprüchlein:
„Ich han's dermaßen geweidet oll.
Daß keins mir blieben ist im Stall.
Glich wie der Wolf fraß ich die Schaf,
Jetzt find ich darum grusam Straf."
Dann dichtete er im Frühjahr 1522ein Fastnachtspiel, das die BernerJungmannschaft an der Kreuzgasse auf-führte. Dies Spiel „Von Papstesund Christi Gegensatz" war gar lustiganzusehen und anzuhören. Zwei Zügebegegneten sich auf der Gasse. Von dereinen Seite her kam der Papst, auf einer Sänfte von den Kardinälengetragen, in Herrlichkeit und Pracht, von der andern trat Christus ein-her, umgeben von Lahmen, Blinden und ärmlichem Volk. Bauern sahendiesem Aufzug zu und verwunderten sich, daß der stolze Papst ein Statt-halter des armen Heilands genannt werden könne.
8<an<lb!IcI lies Nilgaus Manuel.
III. Luther und Kurt V.Kaiser
. . .„ ^ ...... —Maximilian erlebte in seinem
t. Luthers Jugendkevcn. : / ^ .
...Alter noch zwei große Dinge: Er sah seinen