Buch 
Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
Entstehung
Seite
174
JPEG-Download
 

174

Die Reformationszeit.

Enkel Karl auf den Thron Spaniens steigen. Das Haus Habs-burg begann eine europäische Großmacht zu werden. Er sah auchnoch die mächtige geistige Bewegung im deutschen Reich ent-stehen, die man die Reformation nennt. Ihr Held war MartinLuther. Er entstammte dem freien Bauernstände und wurde den10. November 1483 zu Eisleben im Thüringerland geboren. SeinVater, ein Bergmann, arbeitete sich aus dürftigem Stand zu einerangesehenen Stellung empor. Er ließ seinen Jungen tüchtig schulen.Auf der Hochschule zuErfnrt sollte der hochbegabte Jüngling Jurist,d. h. ein Rechtsgelehrter, werden. Er ivar fröhlich von Natur, einlebenslustiger Student. Da erschütterte sein Gemüt der jähe Tod einesFreundes, ebenso die Lebensgefahr, in der er stand, als auf einem Aus-flug ein Blitzschlag dicht neben ihm niederfuhr. Der Gedanke an denTod, und daß er ein Verlorner Sünder sei, wurde in ihm so stark,daß er der Welt entsagte und in das Au gustinerkl öfter zu Erfurteintrat. Auch dort verfolgten ihn die quälenden Gefühle, wie sehr erauch betete und büßte. Zum Gerippe abgemagert, ging er einher.Da fand er tröstende Worte im Bibel buche. Sie überzeugten ihndavon, daß nicht äußerliche Dinge, wie Fasten und vor dem Altarknien, sondern ein froher Glaube den Menschen glücklich mache.So fand er Frieden im Gemüte. Er gab sich neuen Studienhin und widmete sich dem Priesterstande. Luther wurde ein ange-sehener Mann seines Ordens und mußte in dessen Angelegenheiten eineReise nach Rom unternehmen (1511). Er sah mit eigenen Augen,wie ganz weltlich es hier zu- und herging, wie am päpstlichen Hofedie Religion eine reine Geschäfts- und Geldsache gewordenwar. Es empörte ihn) zu sehen, wie diese Römlinge alle Welt aus-beuteten, wie sie die gutherzigen Deutschen verachteten. Als Lutherheimgekehrt ivar, berief ihn der Kurfürst Friedrich von Sachsenan die neugegründete Hochschule von Wittenberg. Hier blieb underwuchs er zum Reformator.

Auch in Deutschland schrieb Papst Leo einenAblaß aus und ließ Gelder sammeln zum Aus-bau der Peterskirche in Rom. Der sächsischenGrenze näherte sich der freche AblaßkrämerTetzel. Gegen ihn trat Luther auf. Im Zorngegen diesen groben Volksbetrug schrieb er 95 Thesen, d. h. Sätze,gegen das »«christliche Ablaßwesen. Dann nagelte er dieses Schrift-

2: Anthcr schlägt die»5 Thesen an 1517.Seine Acise nachAugsönrg.