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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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Die Neformalioiiszeit.

Messe zu lesen. Nach der Badener Disputation wollte ihn der KleineRat nötigen, es wieder zu tun. Haller wünschte, sich vor demGroßen Rat zu rechtfertigen. Dort kam es zu heftigem Streit derParteien. Das Volk lief vor dem Rathaus zusammen. Es meinte, dieHerren seien handgemein geworden. Haller trat vor den Rat underklärte mit gelinden, friedfertigen Worten, warum er die Messe nichtmehr lesen könne; lieber gebe er seine Stelle freiwillig auf. Selbstmanchen Gegner versöhnte Haklers Rede. Der Rat bestätigte ihn aufsneue als Leutpriester. Der Sieg war nicht mehr fern.

Die innern Orte sahen mit Betrübnisund Zorn, wie Bern sich mehr und mehrdem neuen Glauben zuneigte. All ihr Mah-

4. Das Ztelijiionsgesprächin Kern 1528.

nen half nichts. „Die Berner sind schon halbe Ketzer", sagten sie unddrohten nun, sie wollten sich an die berni scheu Untertanenwenden. Diese Drohung erzürnte die Berner Regierung. Sie duldetekeinen Eingriff in ihre Rechte und erklärte wiederum: DieBünde reden nur von politischen Dingen und nicht vom Glau-ben. Jeder darf es hierin halten, wie er will. Zu Ostern 1527 wur-den bei der Ratserneuerung alle Hanptgegner der Reformationaus dem Kleinen Rat ausgestoßen. Nun ging die Sache vorwärts.Bern lud die Eidgenossen ebenfalls zu einem Religionsgesprächin seinen eigenen Mauern ein. Es fand statt im Januar 1528 .Zwingli erschien mit einem bewaffneten Geleit von 300 Mann undmit ihm alle seine Mitstreiter aus den befreundeten Städten undLändern. Vadian, der Bürgermeister und Reformator St. Gallens,eröffnete das Gespräch in der Barfüßerkirche, wo 450 Geistlicheversammelt waren. Die Verteidiger der alten Lehre hatten sich nurspärlich eingefunden. Gegen Zwinglis Nedegewalt und Schriftkennt-nis vermochten sie nichts auszurichten. Er predigte auch zweimalim Münster. Er herbergte bei einem bernischen Bürger, der seinSchwager war, bei Lienhard Tremp an der Keßlergasse. Wieder unterbewaffnetem Geleit kehrte er freudvoll nach Zürich zurück; denn Bernwar für die Neuerung gewonnen und trat dem „Bnrgrecht" bei.

Der Rat von Bern erließ nun an alleGemeinden seines Gebiets ein Man-dat, d. h. eine Aufforderung, daßsie sich entweder für oder gegen die

5. Aerns Köertritt zurReformation 1528.

Der Aufstand im Hverkand.

Glaubensänderung aussprechen sollten. Beinahe alle Gemeinden