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Die Zeit des Absolutismus.
für die Schweizer ausgibt, könnte man eine Straße pflastern von Parisnach Basel." Ihm erwiderte ein Schweizerosfizier: „Und mit dem Blut,das die Schweizer für die Könige von Frankreich vergossen haben, könnteman einen Kanal füllen, der ebenso lang wäre!" Auch unter den FahnenFriedrichs II. stritten viele Schweizer. Der Berner Lentulus wareiner seiner besten Generäle. Als Kaiser Josef II. einmal durch dieSchweiz reiste — in Bern besuchte er den großen Haller — da dachtenviele, er beabsichtige, sich ein Stück Schweizerboden anzueignen. Manwußte ja, wie es 1772 den Polen ergangen war. Da erneuerte dieSchweiz 1777 ihren Bund mit Frankreich, wo Ludwig XVI. re-gierte. Keine ausländische Macht übte so großen Einfluß auf unser Land,wie Frankreich. Durch Handel und Verkehr, durch tausend Fäden hinges mit ihm zusammen.
2. Wie die alte Eidgenossenschalt zusammengesetzt war
Die alte Schweiz, die mit dem 18. Jahr-hundert zu Ende ging, bestand aus dreiGruppen von Landgebieten, 1. aus denZugewandten und 8. den GemeinenDie nächsten Zugewandten waren
13 Orten, 2. denHerrschaften oder Vvgteien.der Fürstabt von St. Gallen, die Stadt St. Gallen undViel. Mit den 13 Orten auch sehr nahe verbündet war das Wallis,der Schweiz beinah entfremdet Gran bunden. Diese beiden Zuge-wandten (mit freiem Bündnisrecht) herrschten über Untertanen-lande, das Oberwallis über das Unterwallis, Bünden überCläven, Veltlin und Bvrmiv. Nenenbnrg stand im Schirmvon Bern, Freiburg, Svlvthurn und Lnzern, Genf in demjenigenvon Bern und Zürich. Mülhausen galt als eidgenössisch bis1798 (im Schirm der reformierten Orte). Rvttweil rechnete manseit dem schmalkaldischen Krieg nicht mehr znr Schweiz. Vvm Bis-tum Basel stand nur der reformierte Teil, der „Schweizer-boden", im Schutz der Eidgenossen (das Münster- und St. Jnnner-tal). Gersan und Engelberg (Abt und Tal) waren kleine Schirmorte, die von den Waldstätten behütet wurden. — Bei den Unter-tanenlanden unterschied man l. besondere Vogteien, die nur untereiner Stadt oder einem Land standen, wie z. B. Werdenbergunter Glarns, Livinental unter Uri oder wie irgend eine bernischeVogtei unter der Stadt Bern gestanden hat. 2. gab es gemeineVogteien, über welche 2, 3, 7, 8, 9 oder 12 Orte regierten. UnterFreiburg und Bern: Schwarzenburg, Murten, Grandson, Orbe mitEchallens. Unter Schwyz lind Glarns: Uznach und Gaster. UnterUri, Schwyz und Nidwalden: Bellinzona. Unter Zürich, Bern und