II. Napoleon III. und der Nenenburgerhandel.
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ganz gewiß den König zum Verzicht bewegen, wenn nur zuerst dieGefangenen losgegeben würden. Auch ihm gegenüber beharrte derBundesrat bei seiner Ansicht: Friedrich Wilhelm möge den erstenSchritt tun, dann würden die Gefangenen sogleich in Freiheit gesetztwerden. Diese Antwort kränkte den mächtigen Kaiser. Die Lage wurdefür die Schweiz sehr ernst. Der preußische Gesandte verließ Bern.Preußen rüstete und unterhandelte mit den süddeutschen Staatenwegen des Durchmarsches.
4. Die Schweiz hält sichkampskereit.
Kaiser Napoleon vermittelt.HIcuenknrq wird ganz frei 1857.
s Jetzt ging durch alle Schweizer-: herzen eine starke Wallung vater-s ländischen Gefühls. Unser Volks zeigte sich zu jedem Opfer bereit,
loh. Honraä itern.
um Hans und Herd zu verteidigen. Seit demSchwabenkrieg war nie mehr ein solcher Ein-mal unter den Schweizern gesehen worden.
Der Große Rat von Bern ging mit dem Beispielvoran und bewilligte unbegrenzten Kredit fürdie Landesverteidigung. Die Bundesversamm-lung kam Ende 185 « zusammen. Düfvurleistete ihr feierlicher Weise den Eid als Ge-neral. 30,000 Mann wurden zur Nord-grenze aufgeboten. Schweizer im Auslandkehrten heim, um mitzuhelfen, oder sie schicktenHilfsgelder. Der Bundesrat erließ einen kräf-tigen Aufruf an die Wehrmäuuer. Unser Land war in ein Heer-lager verwandelt; es hielt sich aufs äußerste gefaßt. Ganz Europablickte mit Staunen und Hochachtung auf die kleine, wehrhafteRepublik. Wer vorher die Schweiz getadelt hatte, änderte seine Mei-nung zu ihren Gunsten. Friedrich Wilhelm war in großer Verlegen-heit; er hatte mit dem Säbel gerasselt, nun sollte er ihn ziehen, unddazu hatte er ganz und gar keine Lust. Darum bat er Napoleonbrieflich um seine Vermittlung und erklärte sich zum Verzicht aufNeuenburg bereit. Der schweizerische Bundesrat schickte einen neuenUnterhändler zu Napoleon, Joh. Konrad Kern. Der Kaiser kanntediesen tüchtigen Mann seit vielen Jahren. Kern hatte 1838 alsVertreter des Thurgaus das Gastrecht Napoleons an der Tagsatzungverteidigt, er besaß dessen volles Vertrauen. Bei einer Besprechungzeigte ihm Napoleon den Brief Friedrich Wilhelms. Der Kaiser