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Vom Jahr 1848 bis zur Gegenwart.
16. Aortschritte der Demokratie.Referendum. Initiative.
Auch in den 60er Jahren gab eskeinen Stillstand im politischen Lebender Schweiz. Vielerorts verlangteman eine Erweiterung der Volksrechte. Das Volk wolltenicht nur Gesetzgeber wählen (Großräte oder Kantonsräte),sondern selber mitarbeiten an der Gesetzgebung. Zunächst wolltees über jedes Gesetz abstimmen, das von den Räten gemacht wurde.Kein Gesetz sollte in Kraft treten, das nicht von der Volksmehrheitangenommen worden wäre. Dieses neue Volksrecht nannte man dasReferendum (vors Volk bringen). Man ging aber noch weiter.Das Volk wollte das Recht haben, selber Gesetze zu schaffen. Wenneinige Tausend Bürger sich durch Unterschriften vereinigten und einGesetz aufstellten, so sollte das Volk über dasselbe abstimmen dürfen.Das war die Initiative (Inangriffnahme — eigentliche Volks-gesetzgebung).
Anhänger des Referendums und der Initiative nannte manDemokraten (Volksrechtler). Die demokratische Bewegung begannim Baselland. Ein früherer Schullehrer, Christoph Rolle,machte sich zum Volksführer und beredete die Baselbieter (1863),ihre Verfassung zu ändern und jene neuen Volksrechte einzuführen.Rolle war ein Bahnbrecher des Referendums und der Gesetzes-initiative. Bedeutungsvoller war es, daß die Demokraten im KantonZürich Meister wurden. Vier mächtige Volksversammlungen fanden1867 am gleichen Tag in Zürich, Uster, Winterthur und Bülachstatt. 27,000 Bürger unterschrieben das Begehren nach Revision derVerfassung, die dann auch stattfand. Nicht nur das Referendum unddie Initiative führten die Zürcher 1869 ein, sondern auch die Wahlder Regierungsräte durch das Volk. — Etwas weniger heftig wardie demokratische Bewegung im Kanton Bern; doch führte dieser1869 auch das Referendum ein. Seitdem fanden jeden Frühlingund Herbst die kantonalen Abstimmungen statt über die Gesetze undgrößern Staatsausgaben, die der Große Rat vorher beraten hatte.
Was sich bei den Kantonen als gut er-probte, das wollte man auch beim Bundanwenden. Auch die Bundesverfassung mußte
7. Die Wundcsrevisionwird notwendig.
sich dem Fortschritt der Zeit anpassen. Die Nachbarreiche waren unsim Wehrwesen bereits weit voran. Die Schweiz durfte da nichtzurückbleiben, sonst setzte sie ihre Unabhängigkeit anfs Spiel. Bei