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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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Inhalte nach für die folgende Geschichtsstunde dem Gedächt-nisse anzueignen, und es ist nun durch Fragestellung vorzugs-weise darauf hinzuwirken, daß sie das Gelernte und Ver-standene nicht mechanisch, sondern mit geistiger Selbst-thätigkeit, soweit diese ihrem Alter angemessen ist, wiederzu erzählen fähig und fertig sich zeigen.

Sind in solcher Weise mehrere Abschnitte, die eine Gruppeausmachen, z. B. M 1720 die Geschichte Spartas oder§§ 15 29 die griechische Geschichte überhaupt u. s. w.behandelt, so muß, ehe fortgefahren wird, diese Gruppe alsGanzes wiederholt und hierbei besonders darauf hin-gearbeitet werden, daß die Schüler, so weit als thunlich, einVerständnis von der Entwickelung und dem Zusam-menhang des einzelnen erhalten, die wichtigeren Ver-bindungsglieder an bestimmten Jahreszahlen festzu-halten und daran das minder Bedeutende anzureihen ver-stehen lernen.

So wird sich mit steter Wiederholung (der materstuäiorum) der Reiz des Neuen zum Frommen des Unter-richtes in rechter Weise vereinen.

Wird der Geschichtsunterricht in angegebener Weise be-gonnen und in gleichem Sinne durch die übrigen Klassenfortgeführt, so dürfte derselbe nicht bloß durch seinen großenbestimmenden Einfluß auf die Gesinnung und die Denk-weise, sondern selbst in formaler Beziehung eine sehrwichtige Stelle einnehmen, insbesondere dürfte ein Hauptmangel,der unsern deutschen Gelehrten- und Realschulen zum Vorwurfgemacht wird, nämlich Unfähigkeit oder Schwerfällig-keit in Bezug auf mündlichen Vertrag und freiegeistige Wiedergabe, sicher schwinden. Freilich vermagdies ein Lehrer nicht anzuerkennen, der seine Aufgabe darinfindet, ein bequemes Lehrbuch mechanisch auswendig lernen zu