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§ 5.
Die Babylonier und Assyrier.
1. Zu den ältesten Reichen im vorderen Asien gehören Bab y-lonien und Assyrien. Sie erstreckten sich oft über viele Völker-schaften Asiens, deren Hauptsitz aber stets das gesegnete Land anund zwischen den beiden Flüssen Euphrat und Tigris blieb. DieBevölkerung dieses Stromlandes gehört zu der nach ihrem Stamm-vater Sem, dem Sohne Noahs, genannten semitischen Völker-familie,zu der auch die Hebräer, Phönizier und Araber zählen.
2. Der nordöstliche Teil dieses Läudergebiets, wo die üppigstenFluren mit dürren Steppen wechseln, hieß Assyrien mit der Haupt-stadt Ninive an der Ostseite des Tigris. Der südliche Teil istdas ehemals äußerst fruchtbare und wohl bewässerte Babylonienmit der Hauptstadt Babylon am Euphrat. Das mittlere Landhieß insbesondere Mesopotamien (d. i. das Land zwischen denFlüssen) und der westliche Teil am untern Euphrat Chaldäa, wel-cher Name auch öfters für das ganze Stromland gebraucht wird.
3. Daß schon frühe in diesem Stromgebiet Kultur und leb-hafter Verkehr verschiedener Völkerschaften stattgefunden hat, deutetdie Erzählung der Bibel vom babylonischen Turmbau und derdabei entstandenen Sprachverwirrung an.
4. Das erste Reich im Stromland entstand um Babylon, dieälteste Stadt im vorderen Asien, von der hier die Gesittung haupt-sächlich ausgegangen ist. Dort soll schon in der Urzeit Nimrod,der zuerst anfing, ein Gewaltiger zu sein aus Erden, ein Reich ge-gründet haben, das viele Jahrhunderte bestand, bis die Herrschaftan Assyrien überging.
5. Dies soll durch Ninus, den Erbauer der nach ihm ge-nannten Hauptstadt Ninive, geschehen sein. Nach seinem Tode be-schloß seine Gemahlin Senuräuris, eine kluge und kühne Frau, dieRegierung selbst zu führen, weil ihr Sohn ein weichlicher Menschwar. Sie kleidete sich daher, wie die Sage erzählt, als Mann undgab sich, um von ihrem Volke Gehorsam zu erhalten, für ihren Sohnaus, den sie unter den Weibern verborgen hielt. Erst nachdem siedurch glückliche Kriege und große Unternehmungen Mut und Kraftgezeigt hatte, gab sie sich dem Volke zu erkennen, aus dessen Bittensie dann die Regierung fortführte. Ninus und Semirümis sinddie sagenhaften Gründer des großen assyrischen Reiches, das sichzur Zeit seiner Blüte im Osten bis nach Indien, im Westen bis andas Mittelländische Meer ausdehnte.
6. Als die Herrscher aber an Einsicht und Thatkraft nachließen,empörten sich die unterjochten Völker, zuerst die Meder und späterdie Babylonier gegen die assyrische Herrschaft und machten sich