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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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selbständig. Der letzte König Sardanapül wurde in seiner Haupt-stadt Ninive von den verbündeten Medern und Babyloniern be-lagert. Er verbrannte sich selbst mit seinen Weibern und Schätzen,da er an seiner Rettung verzweifelte.

7. Ninive aber wurde von den Verbündeten gänzlich zerstört(um 606 v. Chr.). Erst in neuester Zeit hat man die ungeheurenÜberreste dieser Stadt, die von 30 ru hohen und eben so breitenMauern umgeben war, und deren Umfang 90 üm betrug, wiederaufgefunden. Sie lasten aus die frühe hohe Bildung und den man-nigfaltigen Kunstfleiß der Bewohner dieser Gegenden schließen.

8. Das neubabylonische Reich erreichte seinen Höhepunktunter dem gewaltigen Nebnkadnvzar. Er dehnte seine unumschränkteHerrschaft bis Ägypten aus, zerstörte 586 das Reich Juda undführte das jüdische Volk in die babylonische Gefangenschaft. SeineHauptstadt Babylou schmückte er mit großartigen Bauten und suchteHandel und Ackerbau zu heben. Nach seinem Tode zerfiel das Reichschnell und erlag 539 dem persischen Könige Kyrus.

9. Auch von Babylon sind jetzt nur noch Trümmerhügel vor-handen. Von den vielen großartigen Bauwerken dieser Stadt, dieehemals für die prächtigste der Erde galt, waren besonders merk-würdig: 1. die sogenannten hängenden, d. i. auf ungeheuren Ter-rassen angelegten Gärten der Semlrnmis, 2. der Tempel desGottes Bel, ein turmartiges, Pyramidenförmig aus acht überein-ander erbauten Stockwerken bestehendes Gebäude, das eine Höhe von175 m und an der Grundfläche eine Länge und Breite von 175 nahatte. Der gewaltige Schutthaufen, Birs-Nimrnd (Nimrodsburg) ge-nannt, ist noch gegen 70 in hoch. Die Stadtmauern, 90 1cm imUmfang, sollen 25 na hoch und breit gewesen sein, so daß darauf16 Reiter nebeneinander reiten konnten; sie hatten 250 Türme und100 eherne Thore.

§ 6 -! ^

Die Jsraeliten. Abraham. Moses.

1. Während die meisten Völker dem Götzendienst verfielenund statt des einen lebendigen, geistigen Gottes geschaffeneWesen göttlich verehrten, sorgte Gottes erbarmende Liebedafür, daß eine richtige Erkenntnis von ihm bei einem Volke erhaltenwürde. Denn dieses sollte der Träger seiner Offenbarungen werden,durch die er die Menschheit erzieht, und an denen auch alle übrigenVölker, wenn die Zeit ihrer Vorbereitung vorüber wäre, nach undnach teilnehmen sollten.

2. Dieses von Gott erkorene Volk sind die dem semitischenSramme ungehörigen Hebräer, später Jsraeliten oder Judengenannt. Sie bewohnten Kanaan, später gewöhnlich Palästina,auch das gelobte oder heilige Land genannt. Diese kleine Land-