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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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431_404 neter Männer, wie Thennstokles, Aristides,

v. Chr. Kimon, Perikles hatten es durch Beförderung derPeleponn. Schiffahrt und des Handels, der Kunst und Wissen-

^^6- schaff an die Spitze der griechischen Staaten erhoben.

2. Besonders unter der Leitung des durch seltene Gaben desGeistes und Charakters ausgezeichneten Perikles wurde Athen nachaußen wie nach innen die erste Stadt Griechenlands. Dasetwa 2300 c^üna große Attika ward von ^2 Mill. Menschen be-wohnt; Athen zählte nicht weniger als 180 ÖOO Einwohner. DerStaatsschatz enthielt über 6000 Talente*, die athenische Flotte zählte400 Dreiruderer. Die Stadt schmückte Perikles mit herrlichenBauten (Parthenon) und hob die Bildung des Volkes. Sein FreundPhidias bildete seine Athene- und Zeusstatue, Äschslns,Sophokles und Euripides schufen ihre herrlichen Tragödien, währendHerodot, der Vater der Geschichte, den Kampf zwischen Hellenenund Barbaren wahrheitsgetreu erzählte. So bildete das perikleischeZeitalter die Blütezeit des griechischen Geisteslebens, das in Athenden Mittelpunkt, in Perikles den eifrigsten Förderer fand.

3. Diese Stellung Athens erregte die Eifersucht der übrigenGriechen, besonders der Spartaner, zumal da die Athener imÜbermut ihre Macht zur Unterdrückung der schwächeren Staatenmißbrauchten. Daraus ging ein 27jähriger Bürgerkrieg hervor, welcherder peloponnesische heißt, weil ihn die Staaten im Peloponnesunter der Führung Spartas gegen Athen und dessen Verbündete un-ternommen hatten. In demselben stützte das ionische Athen sich auf seinegroße Flotte, das dorische Sparta auf die Tüchtigkeit seiner Landmacht.

4. Dieser Krieg, der alle Leidenschaften aufregte und den Sinnfür das Heilige und Gerechte schwächte, war den Sitten der Griechenäußerst nachteilig und legte dadurch den Grund zum Untergang ihrerFreiheit und Selbständigkeit.

5. Ganz Griechenland hatte sich in zwei große Parteien gespalten,von denen die eine überall die Volks Herrschaft (Demokratie), dieandere die Herrschaft der edlen Geschlechter (Aristokratie) verbreitenwollte. Das Haupt von jener waren die Athener, von dieser dieSpartaner. Beide Parteien kämpften mit äußerster Erbitterunggegeneinander; Sparta verband sich sogar mit dem Feinde allerGriechen, den Persern. Endlich unterlagen die Athener und mußtenihre Stadt an die Spartaner unter Lysander übergeben (404).

In dem Frieden mußte Athen „die langen Mauern" niederreißen,alle Bundesgenossen freilassen und die 30 Tyrannen aufnehmen.Doch machten diese sich durch Willkür und Grausamkeit so verhaßt,daß sie schon 403 von Thrasybnl vertrieben wurden. Die solonischeVerfassung wurde wieder hergestellt.

* 1 Talent etwa —4700 M.