33
10. Von seinen Belehrungen angeregt, trat eine Reihe von aus-gezeichneten Männern und Weltweisen auf, wie Plato, Aristotelesund andere. Sie haben durch ihre Lehren und Schriften nachhaltigauf die Griechen und die gesamte Nachwelt gewirkt. — SeinSchüler, der Geschichtsschreiber Tonophon, hat den „Rückzugder Zehntausend" (400) beschrieben, die er vorn Euphrat zumSchwarzen Meere geführt hatte, als der Plan des jüngeren Kyrus,seinen Bruder mit Hilfe der griechischen Söldner vom persischenThrone zu stürzen, gescheitert war.
§ 27.
Epaminondas und Pelopidas.
1. Durch den peloponnesischen Krieg war Sparta der an-gesehenste Staat in Griechenland geworden. Aber voll Übermutmißbrauchte es seine Macht und versuchte die schwächeren Staaten zuunterdrücken. Unter diesen war auch Theben, dessen Burg Kadmeadie Spartaner widerrechtlich in Besitz genommen hatten (382).
2. Dort standen aber zwei Männer aus, die durch ihre Tugendenund ihre Heldengröße nicht nur ihre Vaterstadt von den Spartanernbefreiten (379), sondern ihr auch eine Zeit lang den Vorrang inGriechenland verschafften. Diese Männer waren Epaminondasund Pelopidas, zwei in treuer Liebe durch ihr ganzes Leben ver-bundene Freunde.
3. Epaminondas war von armen Eltern geboren. Destoreger strebte er schon als .Knabe, die Anlagen seines Geistes durchFleiß auszubilden und seinen Körper durch Übung, Mäßigkeit undEnthaltsamkeit abzuhärten. Insbesondere suchte er, auch durch Musiksein Gefühl für das Schöne und Erhabene zu begeistern. So gelanges ihm, einer der edelsten Männer zu werden; er war ein Musterfast jeder Tugend, groß als Mensch, Bürger und Feldherr.
4. Seinen Lehrer, der ihn durch Unterricht und Zucht zu echterLebensweisheit herangebildet hatte, verehrte er so sehr, daß er selbstals Jüngling den Umgang mit dem strengen Greise gerne der Ge-sellschaft seiner Gespielen vorzog.
5. Wiewohl Epaminondas in allen Wissenschaften großeFortschritte gemacht hatte, so war er doch stets von solcher Be-scheidenheit, daß ein Tarentiner von ihm sagte, er habe nie einenMenschen gesehen, der so viel wisse und so wenig rede. Überall zeigteer Ernst und war so wahrheitsliebend, daß er nicht einmal im Scherze log.
6. Obgleich er lange Zeit der Erste im Staate war, blieb erdoch stets arm und lebte höchst einfach. Öfters hatte man ihm Reich-tümer angeboten, die er jedoch stets ausschlug. Denn er hielt dasGeld für einen Feind der Tugend und darum auch des Glückes derMenschen. Als ihm einst der König von Persien durch einen Ge-sandten viel Geld anbieten ließ, wies er es mit den Worten zurück:
Be ck - Vier eck, Leitf. d. Geschichte. 29 . Aufl. 3