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3. An der Nordgrenze hatte sich Mazedonien unter seinemKönige Philipp, der früher als Geisel zu Theben geweilt und hierdie Schwächen Griechenlands kennengelernt hatte, zu großer Machterhoben. Er hatte seine Herrschaft über Thessalien ausgedehntund sich die griechischen Städte am Agäischen Meere (Olynth) unter-worfen. Statt diesem listigen und gewaltigen Herrscher gegenübereinig zu sein, befehdeten sich die Griechen untereinander, so im heiligenKriege gegen die Phoker, zu deren Besiegung sie Philipp herbeiriefen.
4. Umsonst hatte der größte Redner des Altertums, ————Demosthenes von Athen, seine Landsleute gewarnt.
Die Griechen ließen sich von dem schlauen Könige Cbäronea
täuschen. Als sie endlich die Pläne des Königs durch---
schauten und zu den Waffen griffen, wurden sie nach einem hart-näckigen Kampfe bei Chiironßa (338), wo Philipp mit seinermazedonischen Phalanx den Sieg errang, von Mazedonien ab-hängig gemacht. Philipps Sohn und Nachfolger ist Alexanderder Große.
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Alexander der Große.
1. Alexander von Mazedonien wurde 356 vor Christusgeboren, in derselben Nacht, als Herostrat den herrlichen Tempelder Artemis zu Ephesus, eines der Wunderwerke der alten Welt*,verbrannte.
2. Schon als Knabe zeigte Alexander vor anderen Kühnheitund Mut, indem er ein wildes Pferd, Bucophalus genannt, alleinzu bändigen verstand, so daß sein Vater erstaunt ausrief: „MeinSohn, suche dir ein anderes Königreich, Mazedonien ist für dich zu klein."
3. Zu feinem Erzieher hatte sein Vater den großen PhilosophenAristoteles berufen. Dieser suchte die rauhe und hochstrebendeSeele des Jünglings durch Liebe zur Kunst und Wissenschaft zu ver-edeln. Dafür liebte ihn auch Alexander wie einen zweiten Vater,weil er von ihm die Kunst, würdig zu leben, gelernt habe.
4. Unter den griechischen Schriftstellern liebte er am meistenden Homer, dessen Gesänge er fast auswendig wußte. Er hatte siein Abschrift beständig unter seinem Kopfkissen, damit er darin lernenkonnte, wenn er nachts aufwachte. Den Achilles nahm er sichzum Vorbilde; derselbe entzündete in seiner feurigen Seele einebrennende Begierde, sich durch Kriegsthaten Ruhm zu erwerben. Vonden Siegen seines Vaters hörte er mit Thränen erzählen, indemer sagte: „Mein Vater wird mir nichts mehr zu thun übrig lassen."
* Die sieben Wunderwerke des Altertums waren: 1. Babylonischer Turm,2. Hängende Gärten der SemirLmis, 3. Koloß von Rhodus, 4. Tempel vonEphesus, 5. Pyramiden, 6. Leuchtturm von Pharos, 7. Zeusstandbild zuOlympia.
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