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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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4. Aber auch unter jenen beiden Gewalthabern dauerte dieEinigkeit nicht lange. Antonius wurde ganz der Sklave derKönigin Kleopatra von Ägypten und verschenkte sogar römischeProvinzen an deren Söhne.

5. Dies gab dem Oktavian erwünschten Anlaß zum Kriegegegen Antonius. Beim Vorgebirge Aktium in Akarnanien, einergriechischen Landschaft dem unteren Italien gegenüber, wurde An-tonius von Agrippa, dem tapferen Feldherrn des Oktavian, zurSee besiegt (31). Er floh nach Ägypten und tötete sich dort balddarauf selbst. So wurde Oktavian Alleinherrscher des römischenWeltreiches.

Z. Kom lmler llen, Kaisern AI vor Clir. bis 476 narsr Clir.

§ 46.

Angnstus.

1. Das römische Reich umfaßte in den ersten Jahrhundertender Kaiserherrschaft die schönsten Länder in den drei Erdteilen;in Europa den ganzen südlichen Teil, Gallien bis an den Rheinund jenseits desselben den südwestlichen Teil des eigentlichenDeutschlands, ferner Britannien; in Afrika außer Ägyptendie ganze Nordküste; endlich fast ganz Vorderasien bis zumEuphrat.

2. Aber ungeheuer war das innere Verderben dieses Reiches,so daß selbst eine Anzahl guter und trefflicher Fürsten dem Verfalleder alten Welt nicht dauernd Einhalt zu thun vermochte.

3. Seit Oktavian zur Alleinherrschaft gelangt war, zeigte ersich mäßig und milde. Durch solche Eigenschaften und durch Bei-behaltung der republikanischen Formen wußte er seine Gewaltimmer mehr zu erweitern und zu befestigen, so daß er nach undnach alle wichtigen Ämter in seiner Hand vereinigte.

4. Er selbst hieß Imperator und erhielt vom Senate denEhrentitel Angnstns (d. i. der Geweihte, Unverletzliche), derdann sein gewöhnlicher Name wurde. Zur Sicherheit seiner Personschuf er eine Leibwache von 10 000 Mann, die von ihrem befestigtenLager (kraetorium) in der Nähe der Stadt Prätorianer genanntwurden. Diese erlangten bald solchen Einfluß auf die Leitung desStaates, daß sie selbst die Kaiser meist von ihrem Willen abhängigmachten.

5,. Des A ngustns erster Ratgeber und Minister M äc6 nasbeförderte eifrig Künste und Wissenschaften und verschaffte dadurchder Regierung des Augustus großen Glanz. Als zweiter Rat-geber stand ihm Agrippa zur Seite, durch dessen Feldherrnkunst er