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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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11. Es war unausbleiblich, daß sich von der neuen Lehre ab-weichende Meinungen bildeten. Auf Kirchenversammlungen (Synodenund Konzilien) wurden die Streitigkeiten geschlichtet und auch dieKirchengesetze gegeben. Die erste Versammlung berief ——Konstantin 325 nach Nicäa in Bithynien. Hier ^wurde auch der Streit, ob Christus Gott gleich oder ^ Nrcäa.

nur Gott ähnlich sei, in dem Sinne entschieden, daß -

Christus als Gottes Sohn selbst Gott und dem Vater gleich sei. Aberunter den Anhängern dieser Lehre, in der katholischen Kirche,führte der Bilderstreit eine Trennung in die griechisch- und römisch-katholische herbei. Unter den Deutschen nahmen zuerst die Frankenunter Chlodwig das katholische Christentum an.

§ 54.

Die Deutschen, ihre Abstammung und Namen.

1. Unser Vaterland war zur Zeit, als der Erlöser geborenwurde, weit rauher und kälter als jetzt. Denn ungeheure Wal-dungen wechselten mit großen Steppen und Sümpfen. Daher haustendamals noch Tiere in Deutschland, wie Renntiere, Elentiere,Auerochsen, Bären u, a. Von Obstbäumen trug der Boden dieHolzbirne und den Holzapfel, von Getreide Hafer und Gerste.Große Strecken Länder waren noch unbewohnt und unbebaut. Städtegab es noch nicht, der Germane wohnte für sich auf seinem freien Gute.

2. In dieses Land waren unsere Vorfahren schon in frühenZeiten von Asien her eingewandert. Denn Sprache und mancheSitten derselben beweisen, daß die Deutschen einen besonderen Zweigder großen arischen oder indogermanischen Völkerfamilie aus-machen und folglich mit Indern, Griechen, Römern verwandt ffind.

3. Als die Römer seit der Eroberung Galliens durch Cäsarmit ihnen näher bekannt wurden, unterschieden sie mehrere Stämmeund Völkerschaften. Diese waren durch Sprache, Körpergestaltund Sitten verwandt und benannten sich nach besonderen Eigenschaften,nach Trachten und Waffen oder nach ihren Wohnsitzen, wie Sueven,Chatten (Hessen), Cherusker, Markomannen, Hermunduren,Friesen, Goten, Langobarden, Burgunder.

4. Der Gesamtuame „Germanen" rührt von den Kelten herund bedeutet soviel wie „Nachbaren". So bezeichneten die Gallierund nach ihnen die Römer einen Stamm links vorn Rhein. DieseBenennung ist dann auf alle östlich von den Kelten wohnendenVölkerschaften übertragen. Die Germanen wohnten von dem Wasgen-walde bis zur Wolga, von den Alpen bis über Skandinavien. UnserName „Deutsch" kommt erst im zehnten Jahrhundert auf undbedeutet soviel wie „volkstümlich" (tlliuäa — Volk, davon Illiudmk— volkstümlich, zuerst von der Sprache des Volkes im Gegensatz

Beck-Viercck, Leitf. d. Geschichte. 29. Anfl. 5