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4. Noch weiter ging Johann Gutenberg, nachJohann seinem Familiennamen Gensfleisch genannt, geborenGutenberg zu Mainz gegen Ende des 14. Jahrhunderts, indem erdie Schriftzeichen einzeln in buchene Stäbchen oder inMetall ausschnitt, diese zusammensetzte und dann zusammen abdruckte(ums Jahr 1450). Nach dem Abdrucke konnten die Stäbchen wiederauseinandergelegt und zu andern Schriften zusammengesetzt werden.Dem Deutschen Gutenberg gebührt also das Verdienst der Erfin-dung der sogenannten beweglichenSchriftzeichen, d. i. der Buch-druckerkunst.
5. Ganz seinen Versuchen hingegeben, war Gutenberg in Notgeraten, die ihn zwang, in seine Vaterstadt zurückzukehren. Dortverband er sich mit dem reichen Johann Fust und mit PeterSchöffe r von Gernsheim. Dieser erfand das Mittel, dieSchriftzeichen aus einer Mischung von Zinn und Blei in Formenzu gießen, und eine haltbare Druckerschwärze. Das erste sogedruckte Buch ist ein lateinischer Psalter vorn Jahre 1457.Die erste gedruckte deutsche Bibel kam im Jahre 1462 heraus.Als Mainz durch den Kurfürsten von Nassau geplündert wurde, zer-streuten sich die Gehilfen der Fustschen Druckerei und verbreiteten sodie neue Kunst besonders über Süddeutschland.
6. Andere Erfindungen waren die Knpserstecherknnst*, indemman die Figuren statt auf Holz in Kupferplatten anfangs einschnitt,dann durch Scheidewasser einätzte; ferner die Erfindung der Taschen-uhren durch Peter H ele in Nürnberg, des Spinnrades durch einenBraunschweiger (um 1530), der Steindrnckerknnst durch Sene-felder in München (1796). Die Schnellpresse, die den Druckaußerordentlich beschleunigte, erfand König aus Eisleben (nm 1815).
§ 85.
Die Erobernng Konstantinopels dnrch die Türken.
1. Die Türken waren früher Nomadenstämme, die aus demnordöstlichen Asien westwärts nach dem mittleren Asien zogen, wo sieden Islam kennenlernten. Nach und nach unterwarfen sie sich ander Stelle der arabischen Herrschaft ganz Borderasien.
2. Die mächtigsten unter den vielen türkischen Horden wurden dieOsmanen, die ihren Namen von ihrem Führer Osman (um 1300)erhielten. Dieser wurde der Stifter des jetzigen türkischen Reiches.
3. Seine Nachfolger setzten sich seit 1355 auch in Europa fest,unterwarfen bald den größten Teil des schwachen griechischen oderbyzantinischen Kaiserreiches und machten Adrianopel zuihrer Hauptstadt (1362).
* Der Erfinder dieser Kunst ist unbekannt; die Kupferstiche von dendeutschen Malern Martin Schongauer (genannt Schön, um 1490 zuKolmar) und Albrecht Dürer (ch 1528) gehören zu den ältesten.