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Wünschen nach „Entschädigungen" auf dem linken Rheinufer ent-gegen. Bald nach dem Kriege von 1866 ließ Napoleon in Berlinseine Bereitwilligkeit kundgeben, Preußen freie Hand über die süd-deutschen Staaten zu lassen, wenn es ihm zur Erwerbung Luxem-burgs und Belgiens behilflich sein wolle, sich auch zu einer sogen.Grenzberichtigung zu Gunsten Frankreichs auf dem linken Rheinuserwillig zeige. Ein so arglistiger Plan, der Frankreich vergrößern,Preußen aber in den Augen des deutschen Volkes verdächtigen sollte,wurde in Berlin zurückgewiesen.
8. Als Napoleon 1867 das Großherzogtum Luxemburg durchKauf vom Könige der Niederlande zu gewinnen suchte, widersprachPreußen. Es veröffentlichte die Bündnisverträge mit den süddeutschenStaaten, um Napoleon die völlige Einheit Deutschlands im Falleeines Krieges zu beweisen. Zugleich erklärte es sich einverstanden,daß die Luxemburger Frage der Konferenz der Großmächte zurEntscheidung vorgelegt werde. Infolge dessen wurden die preußischeBesatzung aus der Festung Luxemburg genommen, die Festungswerkegeschleift und das Großherzogtum unter den Schutz der Großmächtegestellt.
9. Dieser nicht gerade große Erfolg Napoleons stillte die Eifer-sucht Frankreichs auf Preußen nicht. Man rüstete sich insgeheim zumKriege. Nach preußischem Vorbilde wuxden dem Heere noch Reserveund Mobilgarde hinzugefügt und das Chassepotgewehr und die Mi-trailleusen eingeführt. Am kaiserlichen Hofe bildete sich eineKriegs Partei aus den ergebensten Anhängern Napoleons, welcheoffen die Demütigung Preußens und die Eroberung des linken Rhein-ufers forderte, um das Übergewicht und den Vorrang Frankreichs inEuropa von neuem zu sichern. Zum Beginne des Krieges selbstwartete man nur auf einen günstigen Borwand.
10. Diesen fand man endlich darin, daß die Spanier die Kroneihres Landes dem Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sig-maringen anboten (zu Anfang Juli). Dieser hatte sich zurAnnahme bereit erklärt, wenn die Wahl der spanischen Landesver-tretung auf ihn fallen würde. Auf die Nachricht von diesen Ver-handlungen fühlte sich die kaiserliche Regierung in Frankreich verletzt.Sie stellte die Thronfolge des Hohenzollernschen Prinzen als einenKriegsfall hin. König Wilhelm aber lehnte es ab, dem Prinzen dieAnnahme der Krone zu verbieten, wie Frankreich verlangt hatte.
11. Prinz Leopold, um nicht seinerseits den Weltfrieden zustören, hatte ohne Zögern die spanische Krone abgelehnt, was derfranzösischen Regierung amtlich mitgeteilt wurde. Damit schien dieserZwischenfall beseitigt und jeder Anlaß zu einem blutigen Austragegehoben. Aber in Frankreich wollte man den Krieg und suchtenach einem Vorwande.