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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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11. Indessen machte die französische Regierung in Bordeauxeinen letzten Versuch des Widerstandes. Es wurde ein neues, zahl-reiches Heer (140 000 Mann) unter General Bonrbaki gebildet.Es sollte durch Übermacht das Werdersche Heer erdrücken, dieFestung Belfort entsetzen und in Süddeutschland einfallen. Aberdieser hochfliegende Plan scheiterte an Moltkes weitblickenden Maß-regeln und an der Tapferkeit der deutschen Truppen.

12. Als General Werder aus den Bewegungen des Feindesdessen Übermacht und Absicht erkannte, zog er sich fechtend in festeStellungen zwischen Mömpelgard und Belfort zurück. Hier er-folgte in der dreitägigen Schlacht an der Lisaine (15.—17. Jan.)gegen einen mehr als dreifach überlegenen Feind der heldenmütigeKampf des 14. deutschen Armeekorps, der zu den hervorragendstendes an Ehren und Siegen so reichen Feldzuges zählt.

13. Der zurückgeworfene Feind wurde unter fortwährenden Ge-fechten verfolgt. Da gleichzeitig von Westen her durch die verschneitenLote 4'Or in Eilmärschen General Manteuffel sich in die fran-zösische Rückzugslinie einschob, blieb dem Bourbakischen Heere (nochetwa 80 000 Mann stark) nichts weiter übrig, als auf dem Gebietder parteilosen Schweiz nach Ablegung der Waffen in kläglichem Zu-stande eine Zuflucht zu suchen (2. Febr. 1871). Am l6. Febr.ergab sich das feste Belfort. Der tapferen Besatzung ward freierAbzug bewilligt.

So waren alle französischen Heere aus dem Felde geschlagen.Ein weiterer Widerstand in den Provinzen mit Aussicht auf Erfolgwar unmöglich geworden.

14. Vor Paris war unterdes das Schicksal Frankreichs be-reits entschieden worden. Dort hatten die schwierigen und ganz außer-gewöhnlichen Vorbereitungen und Arbeiten, welche die Belagerungeiner solchen Riesensestung notwendig machte, ihren ruhigen, abersicheren Fortgang genommen. Alle Ausfälle, die der zahlreiche, stetskampfbereite Feind unter dem General Trochu unternahm, um dieArbeiten der Belagerer zu stören oder deren Linie zu durchbrechen,wurden siegreich zurückgewiesen. Dies geschah oft in heißen undblutigen Kämpfen.

15. Solche Mißerfolge, dazu die fortschreitende Beschießung,die am 8. Jan. 1871 auch gegen die Stadt selbst begonnen hatte,hauptsächlich jedoch der steigende Mangel an allen Lebensmittelnbrachten endlich in Paris eine Umstimmung hervor. Als auch derDurchbruch Trochus am 19. Januar mißlang, begannen die Ver-handlungen über die Übergabe von Paris. Sie führten am 28. Januarzu einem Waffenstillstand, während die Wahlen zur National-versammlung stattfinden sollten. Diese sollte über Krieg oderFrieden entscheiden.