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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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zu Streit und Eroberung geneigten Nachbarn unerläßlich zurück-nehmen mußte.* **

ä. Die Wiederherstellung des deutschen Kaiserreiches.

1. Die höchste und schönste Errungenschaft des gewaltigen undruhmreichen Kampfes, in den die Deutschen als ein einig Volk vonBrudern getreten waren, ist die Politische Einigung Deutsch-lands.

Deutschland vollzog diese seine Einigung, die durch die gemein-same Waffenbrüderschaft der deutschen Stämme auf blutigen Schlacht-feldern besiegelt worden war, noch während des Krieges. SeitNovember 1870 unterhandelten die süddeutschen Staaten, Baden,Hessen, Württemberg und Baiern, zu Versailles über ihrenAnschluß an den Norddeutschen Bund und über dessen Erweiterungzum Deutschen Bunde.

2. Dieser Bund ruht im wesentlichen auf den Grundlagen desNorddeutschen Bundes. Er hat dessen Einrichtungen beibehalten,nämlich Leitung des Bundes bei der Krone Preußens, Bundesratals Vertretung der Bundesregierungen und Reichstag als Vertretungdes deutschen Volkes.

Zugleich erhielt dieser Bund durch Erneuerung der deutschenKaiserwnrde einen festen Schlußstein. In dankbarer Anerkennungder hohen und bleibenden Verdienste, die der greise HeldenkönigWilhelm I. von Preußen um die nationale Sache Deutschlandssich erworben hatte, wurde auf Anregung der Fürsten von Baden" i ' ^ 7 - , — und von Baiern unter Zustimmung der übrigen18 Januar Ersten und des deutschen Volkes an ihn die Bitte ge-Erneuerung richtet, durch Annahme der deutschen Kaiserkrone dasd. deutschen Einigungswerk zu weihen.

Kaiser- Z. König Wilhelm entsprach dem Rufe. Am

würde^_ ig. Januar 1871, dem 170. Gedenktage der preußischen

Königskrönung, vollzog sich im Spiegelsaale des Schlosses zu Ver-sailles die Wiederausrichtnng des deutschen Kaisertums. Nach einemfeierlichen Gottesdienste sprach König Wilhelm sie aus. Darausverlas der Reichskanzler Graf Bismarck die Botschaft des neuenKaisers an das deutsche Volk.*) Der Großherzog von Baden tritt

* Auch bei diesem Frieden erscheint die Haltung und MäßigungDeutschlands im Gegensatz zu dem, was wir früher von Frankreich erlittenhaben, in schönem Lichte. Dieses hatte im Lüneviller Frieden 1801 diegesamte urdeutsche Bevölkerung links vom Rheine und im Tilsiter Friedensogar alles deutsche Land rechts vom Rheine bis zur Elbe von Deutschlandabgerissen und sich unmittelbar oder mittelbar Unterthan gemacht.

** Darin erklärte Kaiser Wilhelm I.: „Wir übernehmen die kaiser-liche Würde in dem Bewußtsein der Pflicht, in deutscher Treue die Rechtedes Reiches und seiner Glieder zu schützen, den Frieden zu wahren, die