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Prinzen, sowie seine treuen Berater Moltke, Roon und Bismarck.Zahlreiche Auszeichnungen waren für Tapferkeit und Opferwilligkeitverteilt worden. Der Kronprinz von Preußen und Prinz FriedrichKarl waren noch im Kriege zu Feldmarschällen ernannt worden.Nach dem Feldzuge wurde dem Reichskanzler Grafen Bismarck dieFürstenwürde und Roon die Grafenwürde verliehen. Moltke wurdeFeldmarschall. Der Reichstag bewilligte bedeutende Summen für dieInvaliden und für die Unterstützung der Reservisten und Landwehr-.Männer. Zahlreiche Siegesdenkmäler erhoben sich in der Folge alsZeichen der Dankbarkeit gegen die fürs Vaterland Gefallenen undzur bleibenden Erinnerung an die ruhmreiche Wiederherstellung von„Kaiser und Reich".
s 122.
Die Friedenszeit Kaiser Wilhelms I.
1. Nach langen, schweren Kämpfen im Innern und auch nach
außen war die Einheit unseres Vaterlandes errungen. Aber das-
neue Kaisertum sah nicht in kriegerischen Eroberungen seine zukünftigeAusgabe, sondern wollte ein zuverlässiger Bürge des euro-päischen Friedens sein. Diese Aufgabe war keineswegs leicht.Aber der Ehrfurcht gebietenden Persönlichkeit Kaiser Wilhelms,der nahezu 74 Jahre alt war, als er das Kaiserreich aufrichtete,
der mit den reichen Erfahrungen des Alters eine auf dem edelstenPflichtgefühl beruhende unermüdliche Thätigkeit verband, ist ihre Lösungin einer mehr als siebzehnjährigen Regierung aufs beste gelungen.Dabei war es von großer Bedeutung, daß sich der ruhmgekrönte
Kaiser des Rates jener beiden Männer bedienen konnte, die ihm
schon bis dahin getreu zur Seite gestanden hatten. Fürst Bismarckleitete als Reichskanzler mit bewundernswerter Umsicht und mitgrößtem Erfolge die Angelegenheiten des Deutschen Reiches. GrafMoltke war in allen militärischen Angelegenheiten der vortrefflichsteBerater seines großen Kaisers.
2. Um den Frieden auch, wenn es nötig war, gebieten zukönnen, mußte Deutschland ein schlagfertiges Heer haben. Wiederholtmußte die Friedensstärke erhöht werden, da die Franzosen dieNiederlage nicht vergessen konnten und ihr Heer verstärkten. AuchRußland nahm eine deutschfeindliche Haltung an. So sah sichDeutschland gezwungen, auch die Kriegsstärke seines Heeres zuerhöhen. Im Februar 1888 wurde nach einer gewaltigen RedeBismarcks, in der er das große Wort aussprach: „Wir Deutschefürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt", das Gesetz überdie Wehrpflicht im Reichstage angenommen. Etwa 700 000 Mannwurden dadurch der bisherigen Kriegsmacht hinzugefügt. Durch dieOpserwilligkeit des deutschen Volkes und durch die Fürsorge der