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Regierung war eine Kriegsmacht etwa von drei Millionen Manngeschaffen. Sie ist stark genug, um zugleich im Westen und Ostendie Grenzen unseres Vaterlandes zu verteidigen.
3. Aber auch durch freundliche Beziehungen zu deneuropäischen Mächten suchte Kaiser Wilhelm den Frieden zuerhalten. Besonders schwierig war die Stellung zu Frankreich. DerHaß der Franzosen gegen Deutschland erreichte oft solche Höhe, daßein neuer Krieg auszubrechen drohte. Aher Kein besonnenen undentschlossenen Auftreten der deutschen Staatsleitung gelang es nochimmer, den Frieden zu erhalten. Dagegen gestaltete sich das Ver-hältnis Deutschlands zu Österreich immer freundlicher. DemFürsten Bismarck glückte es, den früheren Gegner völlig auszusöhnen.Die drei Kaiserreiche Deutschland, Österreich und Rußland schloffensich enger aneinander und sicherten dadurch den Frieden. (Drei-kaiserzusammenkunft zu Berlin im September 1872.)
4. Russische Eroberungslust bedrohte jedoch den europäischenFrieden, als Rußland 1877 den türkischen Krieg begann, umEroberungen auf der Balkanhalbinsel zu machen. Sehr harte Be-dingungen wurden der Türkei von dem russischen Sieger auferlegt.Der Berliner Kongreß (1878) setzte sie bedeutend herab. Er bewiesdie politische Führerschaft Deutschlands und beseitigte vorläufigdie Kriegsgefahr. Aber Rußland war über das Ergebnis des Kon-gresses verstimmt und näherte sich Frankreich. Da brachte FürstBismarck 1879 ein Bündnis zwischen Deutschland und Österreichzustande. Ihm schloß sich später auch Italien an. Dieser „Drei-bund" hat bisher den Frieden aufrecht erhalten.
5. Deutschlands Machtstellung machte sich aber nicht bloß inEuropa, sondern auch jenseits des Meeres bemerkbar. Um den über-seeischen Handel zu schützen, wurde die Entwickelung der deutschenFlotte mit Nachdruck gefördert. Der deutsche Handel hat unterihrem Schutze einen bedeutenden Aufschwung genommen und ist mitdem anderer Völker, besonders der Engländer und Franzosen erfolg-reich in den Wettbewerb eingetreten.
6. Seit langer Zeit waren viele Deutsche aus ihrem Vaterlandin feme Länder ausgewandert, wo sie leider schnell ihr Deutschtumaufgaben und in dem fremden Volke aufgingen. Um ihre KraftDeutschland zu erhalten und ihm nutzbar zu machen, wurden Kolo-nieen ^gründet. Große Strecken wurden in Afrika erworben, andessen Estorschung sich deutsche Männer (wie Nachtigal, Emin Pascha,Wißmann u. a.) in hervorragender Weise beteiligt hatten. Zuerstwurde in Südweftasrika Lüderitzland, dann am Golfe von GuineaKamerun und an der Ostküste Deutsch-Ostafrika unter denSchutz des Deutschen Reiches gestellt. Dazu kamen Landerwerbungenin der Süd'ee: Kaiser-Wilhelmsland auf Neuguinea und derBismarck-A-chipel.