Deutschland und Italien unter den Hohenstaufen. 203
gekrönt, nachdem er dem päpstlichen Stuhle die MathildischenGüter (S. 196) überlassen und andere Zugeständnisse gemacht hat.Bald aber gerät er in Streit mit dem Papste, der im Verein mit derNautischen Partei in Deutschland 1212 seinen Mündel Friedrich,Sohn Heinrichs VI., als König gegen ihn aufstellt. Friedrich ver-spricht, Sizilien, das die Kurie als ein päpstliches Lehen ansah, niemit dem Reich zu vereinigen.
1214. Otto IV., als Bundesgenosse Englands von Philipp H.
Augustus von Frankreich bei Bouvines (unweit Lilie)Besiegt (S. 210), ist seitdem ohne Macht, zieht sich in seine ErblandeZurück (f 1218 auf der Harzburg).
Hohes Ansehen des Papsttums unter Innocenz III., der alsStatthalter Christi auf Erden gelten will und auch zwischen Frank-reich und England (S. 210), in Aragon und Portugal, Ungarn undden skandinavischen Reichen als Schiedsrichter auftritt. Wieder-herstellung des Kirchenstaates, Krieg gegen die Ketzer in Süd-frankreich (S. 208), Einsetzung der Inquisition auf dem Lateran-k °nzil zu Rom 1215.
Blüte der ritterlichen Dichtkunst in Deutschland: HeinrichVeldeke, Hartmann von Aue; Wolfram von Eschenhach undjralther von der Vogelweide am Hofe des Landgrafen Hermann von■Thüringen (f 1217) auf der Wartburg. Gottfried von Straßburg.Schriftliche Aufzeichnung des Nibelungenliedes.
1212(15)—1250. Friedrich II., zugleich König beider Sizilien,
. . der geistig bedeutendste Fürst des Mittelalters,
Eigenschaft lieh, mehr Italiener als Deutscher (in Sizilien geboren,v °n seiner italienischen Mutter erzogen), entschiedener Gegner dergeistlichen Herrschaft.
>» Er wird von einem Teile der Fürsten 1212 in Frankfurt zumfr-önjg gewählt, verleiht 1214 die Pfalzgraf Schaft am Rhein (8. 199)uetn Herzog Ludwig I. von Bayern (Sohn Ottos von Wittelsbach).^d bestätigt dem König Waldemar II. von Dänemark (S. 185)j?ß Besitz der Länder jenseits der Elbe und Eide (Holstein und-cklenburg), die dieser nach dem Tode Heinrichs des Löwenwährend des deutschen Thronstreites an sich gerissen^ hatte (S. 201 f.).
1223. Waldemar II. von Dänemark wird von dem Grafenü Heinrich von Schwerin (S. 197) gefangen genommen
T^d nach Deutschland geführt. Hermann von Salza, Hochmeister_ Deutschen Ordens, vermittelt im Auftrage des Kaisers seinee dassung, die erst 1225 gegen hohes Lösegeld und Verzicht aufdie deutschen Gebiete erfolgt.
1227. Schlacht hei Bornhöyed in Holstein. Waldemar II.,jj der Sieger, von den Grafen von Holstein und Schwerin,
j>® rzo g Albert von Sachsen, dem Erzbischof von Bremen und denvon Bübeck und Hamburg völlig besiegt. Das Land bisr Exder für Deutschland gerettet.