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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Mittlere Geschichte.

Reichsfürsten zum römischen König gewählt, besondere auf Be-treiben seines Verwandten, des Burggrafen Friedrich III. vonNürnberg (aus dem Hause Hohenzollern). Krönung zu Aachen,erster Reichstag 1274 zu Nürnberg-, Beschluß, die Reichsgüter (S. 206)zurückzufordern. Doch kommt dieser Beschluß nur in geringemMaße zur Ausführung; der König sieht sich auf Vergrößerung seinerHausmacht angewiesen.

1276. Krieg gegen Offokar, König von Böhmen, (8. 199) dernach dem Aussterben der Babenberger (1246, s. 8. 176,199,213) Österreich in Besitz genommen, von den Ungarn Steiermarkwieder erobert, Kärnten und Krain durch Erbschaft erworben hatte.Ottokar wird geächtet, unterwirft sich, erneuert aber bald denKrieg.

1278. Sieg Rudolfs auf dem Marchfelde (bei Dümkrut),Ottokar fällt. Vergleich mit dem Vormunde seinesSohnes Wenzel. Dieser behält Böhmen, später bekommt er auchMähren zurück. Bildung der habsburgischen Hausmacht:Österreich, Steiermark und Krain kommen als Reichslehen an dieSöhne Rudolfs, Kärnten an Graf Meinhard von Tirol, seinenSchwager.

(1281. Rudolf verkündet Landfriedensa rdnungen in Bayern,Franken und am Rhein. In Schwaben leisten GrafEberhard von Württemberg und Markgraf Rudolf von Baden (Stamm-burg Zähringen bei Freiburg im Breisgau) der Absicht des Königs,das Herzogtum Schwaben wiederherzustellen, erfolgreich Wider-stand.

1289. Feldzug nach Burgund; die Freigrafschaft ( Franche -

Comte, Hauptstadt Besanyon) für das deutsche Reichwiedergewonnen. Die Provence und Avignon bleiben im BesitzKarls von Aniou (S. 207).

1290. Rudolf hält Hof zu Erfurt, schlichtet Streitigkeiten in

Thüringen, läßt 29 Raubritter enthaupten und 66Raubburgen brechen.

1291. Rudolf t zu Speier, im Dom daselbst begraben. Zum

Nachfolger'wird nicht sein Sohn Albrecht gewählt,sondern auf Betreiben des Erzbischofs von Mainz, Gerhard v. Epp-stein, ein mit diesem verwandter Graf,

1292—1298. Adolf yon Nassau. Dieser will den Streit zwischenLandgraf Albrecht dem Entarteten von Thüringenund seinen Söhnen Friedrich und Diezmann (S. 198) benutzen,um die Mark Meißen (8. 205) als erledigtes Reichslehen einzu-ziehen, wird aber, ehe er dies durchführen kann, durch eine vonErzbischof Gerhard v. Eppstein berufene Fürstenversammlung ab-gesetzt und fällt in der Schlacht bei Göllheim (am Donnersberge)im Kampfe gegen den nun zum Throne berufenen

1298—1308. Albrecht I. von Österreich, Sohn Rudolfs !•Papst Bonifacius VIII. (8. 225) verweigert ihm die