230
Mittlere Geschichte.
Soala aus Verona. Aber schon bald nach seinem Tode mußteVerona von den Mailändern an Venedig abgetreten werden (1406)-
Genua, seit Wiederherstellung des griechischen Kaisertums(1261) im Orient mächtig und von den byzantinischen Herrschernmit so großen Vorrechten belohnt, s. 8. 192, daß die Venetianer sich inKonstantinopel völlig in den 8chatten gestellt sahen, nach demSiege über Pisa (1284) auch im Besitz der Inseln Sardinien, Korsika,Elba, dann aber durch die Kriege mit Venedig und innere Umruhen geschwächt, seit 1396 bald von Frankreich, bald von Mai-land abhängig.
Florenz, seit 1282 mit demokratischer Verfassung (die Prior*delle arti bilden die Signoria), öfters durch Parteikämpfe erschüttert,gewinnt allmählich die Herrschaft über die Landschaft Toskana;Pisa erst 1429 unterworfen. Seit 1400 gelangt das Geschlechtder Medici zu hohem Ansehen und fürstlicher Stellung. Johannvon Medici, reicher Bankier, Begründer der Macht des Hauses-Sein Sohn Gosimo, der Vater des Vaterlandes (f 1464), Beschützetder Künste ( Brunelleschi , Ghiberti, Donatello u. a.), Begründer derplatonischen Akademie und der mediceischen Bibliothek. Unterdessen Enkel Lorenzo (il Magnifico, f 1492) die glänzendste Zeitfür Florenz.
Entfaltung der italienischenüteratur durch die drei floremtinischen Dichter Dante Alighieri (f 1321), Petrarca (| 1374), Boc-caccio (f 1375). Von Petrarca besonders angeregt entwickeltsich das erneute Studium der Wissenschaft und Poesie des Alter-tums ( Humanismus ), nach der Eroberung Konstantinopels (8. 238),gefördert durch griechische Gelehrte, die aus dem byzantinischen jReiche vor den Türken geflohen waren. Hand in Hand damit gehtder Aufschwung der bildenden Kunst ( Renaissance ) zuerst inFlorenz, dann in Rom (Peterskirche).
Der Kirchenstaat, in der Longobardenzeit begründet, durchdie von Karl d. Gr. bestätigte Schenkung Pippins (s. S. 166)und andere Erwerbungen erweitert, seit Innocenz III. vorn deut-schen Reiche völlig unabhängig. Zerrüttung durch die Kämpfnder adligen Geschlechter in Rom (die Orsini und Golonna s. 8. 222), >während die Päpste in Avignon residieren (1309 bis 1376). Gott •di Rienzi tritt 1347 als Volkstribun auf, wird vertrieben, keim1354 als päpstlicher Senator zurück, wird aber durch Volksam"stand getötet (8. 217). Wiederherstellung der Einheit der Kircb®durch das Konzil zu Konstanz (S. 221 f.), des Kirchenstaates es 9 "durch Papst Nikolaus V. (1447—1455), der als Freund der Wisse»' jSchäften die Vatikanische Bibliothek begründet. i
In Neapel Haus Anjou bis 1435. Sizilien 1282—1295 m^ |Aragon verbunden (8. 207). dann unter einer Nebenlinie des a*®'gonischen Hauses, seit 1409 wieder bei Aragon, dessen König Mfons V. 1435—1442 auch Neapel erobert. Glänzende Hofhaltung