Das türkische Reich — Asien.
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1463—1479. Seekrieg der Venetianer gegen die Türken; sie be-, halten Kandia, Korfu und mehrere Plätze in Morea,verpflichten sich aber zur Tributzahlung, um ihrenHandel zu behalten.
1480. Rhodus von den Johannitern rühmlich verteidigt.
Sultan Bajazet II. überläßt 1489 den Venetianerndie Insel Cypern (Katharina Cornaro, Gemahlin des letzten Fürstendem Hause Lusignan, s. S. 191 f.), vertreibt sie aber 1500 ausMorea. Kriegszug nach der Moldau 1497.
Sultan Selim I. unterwirft 1516—1517 Mesopotamien, SyrienUnd Ägypten. Die Ausbreitung der Türkenherrschaft versperrtd e alten Handelswege nach Indien.
Die von den Türken dem christlichen Europa drohende Ge-lahr steigert sich unter Sultan Soliman II., der 1521 Belgrad er-obert (vgl. 8. 252 ff., 254).
In Persien (S. 145, 162f.) erst 1505 die Mongolenherrschaft(S- 213, 238) beseitigt und eine einheimische Dynastie wiedereingesetzt. Begründung des neuen persischen Beiches. 1582—1627re giert der Schah Abbas der Große. Residenz Ispahan. Forts. 8 . 305.
In Indien begründet Baber, ein Nachkomme Timurs (S. 238),25 das Reich der ..Großmoguln“, d. h. einer mongolischenKaiserdynastie. Hauptstadt Delhi (Vgl. 8. 188, 299, 331); Dieberühmtesten Herrscher dieser Dynastie sind nächst Baberohne Zweifel Dschel-aleddin Mohammed (Akbar) und Aureng-Zeyb(Aureng-Sib = Zierde des Thrones).
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Großmogul Akbar (1556—1605) dehnte seine Herrschaft
,n gen Kriegen über das ganze nördliche Hindostan mit Einschluß?on Kaschmir und den Indusländern aus. Dabei war er ein gleichhervorragender Regent und Organisator, ein eifriger Förderer desAckerbaues wie des Handels (besonders mit den Europäern), einhstund der Künste und Wissenschaften. Hindu und Mohammedanerv .°h ihm gleichmäßig begünstigt, Perser und Christen erfreutenj?°h unter ihm freier Religionsübung. So hob er sein ausgedehntes^Oinh auf eine nie gekannte Stufe des Glückes und Wohlstandes.
Aureng-Zeyb (1658—1707) zeigte im Gegensatz zu seinem®°hwachen Vater, dem Großmogul Schah Dschihän, schon inr üher Jugend bedeutende Herrschergaben. Er schlug eine Em-pörung der Vasallen des Reiches gegen seinen Vater mit großerTatkraft nieder, setzte letzteren gefangen und brach auch den Wider-vf*od seiner Brüder. Seine Regierung war ausgezeichnet durchUjeisheit und Gerechtigkeit. Er erweiterte sein Reich durch viele^hickliche Kriege im Dekan, mit den Bergvölkern von Kandahar,usw. Daneben war Aureng-Zeyb ein großer Freund derAuropäer, zog viele Gelehrte an seinen Hof und förderte Künsteüd Volksbildung durch Gründung von Schulen und Bibliotheken.° c b blieb er ein fanatischer Anhänger des Islams.