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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Mittlere Geschichte.

Unter seinem Sohn Schah-Alum gerät das Reich schnell inVerfall. Schah-Alum, II. verliert nach der Einnahme von Delhidurch die Engländer 1803 auch den letzten Rest seines Landes.(Vgl. 8. 331.) Jedoch läßt die Ostindische Kompagnie den Groß;mogul mit seinen Würden und Hofehren in seiner Residenz Delhiweiter bestehen und gewährt ihm bis zum Aufstand von 1857 einenJahrgehalt. Die frühere Hofburg des Großmoguls, die ehemalsgroßartigen und glänzenden Paläste inmitten ausgedehnter Gärtenmit unzähligen Springbrunnen, die prunkvollen Moscheen, Mau-soleen und Grabgebäude, die berühmte Riesensäule Kutah-Minar(1210—1236) sind noch heute beredte Zeugen von Delhis einstigerGröße, Pracht und Herrlichkeit.

China, das in den letzten Zeiten der Han-Dynastie (8. 28)in drei Reiche zerfallen war, wird unter Wuti, dem Stifter derDynastie Tsin (263—420), wieder vereinigt. Darauf neue Un-ruhen und allgemeine Zerrüttung. Seit Kaiser Taitsung (627—650)aus der Dynastie Tang (6 18—906) ein Jahrhundert lang neue Blütedes Reiches. Dann Verlust der südlichen Provinzen an Tatarenund Mandschuren. Nanking wird Residenz, hierauf Hangtschoti-

Später kommt China unter die Herrschaft der Mongolen(8. 213). Kublai Khan (1260 bis 1294), Enkel Tschingis KhanStbegründet in China die mongolische Dynastie Juan (1280—1367)- >

Peking wird Residenz. Kublai Khan versucht vergebens Kambod- 'scha, Cochinchina, Siam, Eormosa, Java, zuletzt sogar Japanerobern. Von der märchenhaften Pracht seiner Hofhaltung be-richtet der venetianische Reisende Marco Polo, der lange Jahr®sein Gast war und sogar Statthalter einer Provinz wurde. (Vgl -S. 242).

1368 wird China durch Taitsu, einen buddhistischen Priester,von der Mongolenherrschaft befreit. Mit ihm beginnt die Dynastieder Ming (1368—1644), unter der sich die im wesentlichen nochbis 1912 gültige Regierungsform herausbildet. Der Kaiser, „der Sohndes Himmels“, besitzt unumschränkte Gewalt über alle Unter-tauen, ist geistliches Oberhaupt, höchster Richter und Anführerim Kriege. Er genießt abgöttische Verehrung (Kotau). Strenge 9Zeremoniell. Gelbe Kleidung äußeres Zeichen seiner Würde. D erNachfolger von ihm aus seinen Söhnen gewählt, falls diese fehle 0 ’ ■aus den nächsten Verwandten. Dem Kaiser stehen Minister r°rSeite, auf deren Anregung und Verantwortung er die Gesetze er-läßt. In Wirklichkeit jedoch ist die Regierung des ReichesMitte in eine Willkürherrschaft der Provinzvorstände (Vizekönig e )ausgeartet. Forts. S. 244, 275.

Japan (S. 28), wohin um die Miste des 6. Jahrhunderts nachChr. von China aus (über Korea) der Buddhismus und zuglei®'chinesische Zivilisation gekommen, wird aus einem Geschlechtesstaat in einen Beamtenstaat nach chinesischem Muster umgewa°delt. Der Mikado wird unumschränkter Herrscher des Reiche 3-