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Neuere Geschichto.
1629. Friede zu Lübeck zwischen dem Kaiser und Christian
IV. Dieser erhält seine Länder zurück, entsagt aberjeglicher Teilnahme an den deutschen Streitigkeiten. Ferdinand II.erläßt das
Restitutionsedikt: 1. Auf Grund des geistlichen Vorbehaltes(S. 256) sollen die seit dem Passauer Vertrage 1552 von prote-stantischen Fürsten in Besitz genommenen geistlichen Güter her-ausgegeben werden. Dies betrifft 2 Erzbistümer: Magdeburg undBremen-, 12 Bistümer: Minden, Verden, Halberstadt, Lübeck, Ratze-burg, Meißen, Merseburg, Naumburg (diese drei werden jedoch demKurfürsten von Sachsen ausnahmsweise belassen), Brandenburg,Havelberg, Lebus und Kammin, außerdem viele Klöster und Stifter(s. S. 276). 2. Nur die Bekenner der Augsburgischen Konfession sollenfreie Religionsübung haben, alle anderen „Sekten“ — also auchdie Reformierten — sollen aufhören. — Anfang rücksichtsloser Aus-führung des Restitutionsedikts durch die Truppen der Liga undWallensteins. Der Kaiser jetzt auf dem Höhe-punkt stiner Macht-Her Protestantismus schwer bedroht. Er wird gerettet durch dieAbsetzung Wallensteins und das Eingreifen GustavAdolfs.
1630. Kurfürstentag zu Regensburg.
Die katholischen Kurfürsten (vor allem Maximilia°von Bayern), gestützt auf die lauten Klagen aller Reichsständeüber die von Wallensteins Truppen gegen Katholiken wie Prote-stanten verübten Grausamkeiten und Erpressungen, erlangen vonFerdinand II. die Absetzung Wallensteins, durch den die Macht desKaisers ebenso bedrohlich für sie erhöht worden war wie die Karls V-durch den Ausgang des Sehmalkaldischen Kriege 8(S. 255 f.).
3. Schwedischer Krieg 1630—1635.
1630. Gustav II. Adolf (8. 273 f.), König von Schweden.
24. Juni. landet auf der Insel Ilsedom.
Zwecke und Gründe seiner Einmischung-. Schutz desunterdrückten Protestanten; Wiedereinsetzung der Herzöge vonMecklenburg, seiner Verwandten (S. 279), Sicherung seiner Herr-schaft gegen die mit dem Kaiser verbündete polnische Linie desHauses Wasa (s. 8. 274); Besorgnis vor der Begründung einer kaiser-lichen Seemacht auf der Ostsee (s. oben).
Damalige Machtstellung Schwedens: Finnland, Karelien, In-germanland, Estland, Livland (S. 273.’f.)'gehörtenj zu'Gustav Adolf 8Reiche, Kurland stand unter schwedischem Einfluß. Es lag f ureinen ehrgeizigen Monarchen nahe, an die Erwerbung von Preuße *und Pommern (das Herzogshaus dem Aussterben nahe) zu denke* 1 ’welche das Baltische Meer völlig unter den beherrschenden EU*"fluß Schwedens gebracht hätte (S. 273 fr).
Nach der Eroberung der Inseln üsedom, Wollin und" 5 Riig e _besetzt Gustav Adolf Stettin, schließt ein Bündnis mit Herzog