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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Neuere Geschichte.

Unterdessen dringen die Franzosen in Schwaben vor, werden 1aber bei Tuttlingen von einem österreichisch-bayrischen Heere(unter Mercy und Johann von Werth) geschlagen.

1644. Die Gesandten der Krieg führenden Staaten ver-

sammeln sich in Münster und Osnabrück; lang-wierige Vorverhandlungen. Der Marschall Tltrenne und der23jährige Herzog von Enghien, später Prinz Conde, erhaltenden Oberbefehl über die französischen Truppen. Sie zwingendie Bayern zum Rückzug und erobern einen großen Teil der Rhein- )lande (Worms, Mainz, Bingen u. a. Städte!. >

1645. Ein den Dänen zu Hilfe gesandtes kaiserliches Heer

Jan. unter Gallas wird von Torstenson aus Holstein

(8. 274) zurückgetrieben und bei Magdeburg fastvernichtet.

Glänzender Sieg Torstensons über die KaiserlichenMärz.f bei Jankatl (in Böhmen), worauf er, mit dem sieben-

bürgischen Fürsten Ralcoczy ( s. 8 . 278 f.) verbündet, ,Mähren erobert und bis nahe vor Wien rückt.

Turenne, von Mercy und Johann von Werth bei Mergent-heim (in Franken) geschlagen, siegt, mit Conde vereinigt, bei Aller-heim (unweit Nördlingen).

Friede zwischen Schweden und Dänemark zu Brömsebro(s. 8. 274)

Nach dem Mißlingen der Belagerung von Brünn geht Tor-stenson nach Böhmen zurück und legt wegen Krankheit den Ober-befehl nieder. Sein Nachfolger Wrangel.

1646. Schweden und Franzosen rücken in Bayern ein,

zwingen den Kurfürsten Maximilian (1647), einenWaffenstillstand zu schließen.

1648. Zweiter Einfall der Schweden und Franzosen i®Bayern, nachdem Maximilian den Waffenstillstandgekündigt hat; furchtbare Verheerung des Landes. Der schwe-dische General Königsmark nimmt die Kleinseite von Prag au'dem linken Moldauufer ein.

1648. Westfälischer Friede.

Unterhandlungen von 1645 bis 1648 zu Münster mit denFranzosen, zu Osnabrück mitWlen Schweden. Der kaiserlich 6Gesandte Graf Trautmannsdorf.

A. Entschädigungen.

1. Schweden erhält als Reichs leiten: Vorpommern ruhStettin. Rügen, Usedom und Wollin (trotz der Erbansprüch®Brandenburgs auf das >637 erledigte Herzogtum Pommern 8. 28lhdie bisher mecklenburgische Stadt Wismar und die Bistüm®Bremen (nicht die Stadt) und Verden (spr. Förden) als weltlich®Herzogtümer, dazu 5 Millionen Taler.