Der Norden und Osten.
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Paul Gerhard (f 1676), Ph. J. Spener (j- 1705), A. H. Frankegründet 1698 das Waisenhaus in Halle a. S. (f 1727) Der Philosoph,Mathematiker und Geschichtsforscher G. W. Leibniz (geb. 1646 zuLeipzig, 1676 in Hannover, 1700 in Berlin, f 1716 in Hannover).Ohr. Thomasius in Halle (f 1728) hält zuerst deutsche Vorlesungen,bekämpft die Hexenprozesse und die Anwendung der Folter.Forts. S. 306.
§ 3. Der Norden and Osten.
(Vgl. 8. 272 ff.)
Schweden, durch den Besitz bedeutender Nebenländer(S. 280, 284) fast rund um die Ostsee ausgedehnt, ist seit demDreißigjährigen Kriege die erste Macht des Nordens.
1654— 1718. Haus Pfalz-Zweibrücken (s. 8. 273).
1655— 1868. Schwedisch-Polnischer Krieg.
Karl X. Gustav (1654—1660) beginnt Krieg mitPolen, weil Johann Kasimir (aus der katholischen Linie des HausesiPosas, 8. 274) ihn ebenso wenig anerkennen will wie früher Sigis-°iund III. Gustav Adolf (8. 273). Er dringt von Pommern her inPolen ein, nimmt Warschau und Krakau. Gleichzeitig fallen diePussen in Litauen ein und besetzen Wilna. Johann Kasimir flüchtetBach Schlesien. Der Schwedenkönig erobert Polnisch-PreußenBnd erscheint mit seinem Heer vor Königsberg. Kurfürst FriedrichWilhelm von Brandenburg sieht sich genötigt, im Vertrage zuKönigsberg 1656 sein Herzogtum Preußen von Schweden, wie bisherv on Polen (8. 250), zu Lehen zu nehmen; dazu erhält er das BistumKrmeland. In Polen Aufstand gegen die Schweden. Karl Gustavund Friedrich Wilhelm gewinnen die dreitägige1656 (Juli). Schlacht bei Warschau gegen die Polen.
Um sich die weitere Hilfe des Kurfürsten von Bran-denburg zu sichern, gesteht Karl Gustav diesem in dem VertrageLabiau die Souveränität (lehnsfreie Herrschaft) über OstpreußenBod Ermeland zu. Bald aber erklären sich gegen Schweden:Kußland, Dänemark, der Kaiser Leopold I. und schließlich auchder Kurfürst von Brandenburg, dem Polen im Vertrage zu Wehlau*657 ebenfalls die Souveränität über Ostpreußen (ohne Ermeland)^Bsichert. Die mit Siebenbürgen (Fürst Georg II. Rakoczy) ver-bündeten Schweden werden bald aus Polen zurückgedrängt, nurPolnisch-Preußen bleibt von ihnen besetzt. Karl Gustav greiftDänemark an und erzwingt durch schnelles Vordringen (Übergangüber die gefrorenen Belte, Januar 1658) den1658. Frieden zu Roeskild: Dänemark tritt den südlichenTeil der skandinavischen Halbinsel ( Schonen, Hailand,Kehingen), das Stift Dronthjem und die Insel Bornholm an Schwedenu b. Schweden auf dem Höhepunkt seiner Macht.