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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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btanislaus

1721.

Der nordische Krieg.

Oörz wird verurteilt und hingerichtet (1719). Das bis dahinabsolute Königtum (S. 294) wird gänzlich abhängig von dem Reichs-r ^tj dessen nächste Sorge auf Wiederherstellung des Friedens ge-achtet ist. 8

~ Den Nordischen Krieg beenden die Friedensschlüsse zubtockholm 1719 mit Hannover (S. 304), welches Bremen undWerden behält und an Schweden 1 Mill. Taler zahlt; 1720 mitsh'ei ißen, welches Stettin, Vorpommern bis an die Peene, die InselnP^edom und W ollin erhält und 3 Mill. Taler zahlt; zu Friedrichs -,J hrg auf Seeland 1720 mit Dänemark, welches alle EroberungenZurückgibt. Dafür zahlt Schweden 600 000 Taler, entsagt derZkllfreiheit im Sunde (s. 8. 274) und gibt den Herzog von Holstein-"Ottorp preis, dem Dänemark seinen Anteil an Schleswig nimmt294). Mit Polen bleibt es bei dem 1719 geschlossenen Waffen-J'dlstand. August der Starke als König von Polen anerkannt.

Lesczinski führt den Königstitel weiter und erhält1 Million Taler (S. 307).

Friede zu Nystadt zwischen Schweden und Rußland-,j 1. Schweden tritt an Rußland ab: Livland, Estland,

ertnanland, Karelien und die dazu gehörigen Inseln ( Ösel, Dagö M. 2. Rußland gibt Finnland zurück und zahlt 2 Mill. Taler.P Schweden, seiner früheren Machtstellung im NordenphTopas beraubt (S. 272 f., 284, 293), behält doch noch deutsche6 cbiete: Wismar, welches erst 1803idurch Verpfändung (1903Ungültig) an Mecklenburg kommt, und Vorpommern nördlich vonr? r Peene mit Rügen (1815 an Preußen). Karl Friedrich vonrr, ®tein-Gottorp geht nach Rußland, vermählt sich mit Anna,Achter Peters d. Gr. Sein Sohn ist der Zar Peter III., 1728 inle * geboren, der Stammvater des russischen Kaiserhauses (8. 322).Rußland hat sich unter Peter d. Gr. an Schwedens Stelle zurOjJJ'opäischen Großmacht erhoben und nach langem Ringen die^ wee erreicht. Peters d. Gr. innere Politik ist auf die EinführungOsteuropäischer Kultur und die Vollendung der absoluten Zaren-Uira' gerichtet. Förderung von Handel und Gewerbe, Bergwesen*n u Porstkultur, Volksbildung, Ordnung der Verwaltung. Dem'^el setzt er einen Amtsadel zur Seite; 14 Rangstufen der Offi-v re Und Beamten (Tschin), die oberen adlig. Oberste Behörde der1711 an Stelle des früheren Rates der Bojaren errichtet;Mit- v t lm g der Kirche der Heilige Synod 1721 eingerichtet, dessenjjJ'glieder der Zar ernennt. Die Zahl der Klöster eingeschränkt.

Uohe und Nonnen zu nützlicher Tätigkeit angehalten.g e Peters d. Gr. letzte Kriegstat ist (1722 bis 1723) eine HeerfahrtMa ^ Persien und die Eroberung von Derbent und Baku (amÄschen Meere); doch wird dieser Küstenstrich 1732 an Persien(w?°kg e geben. Die Küstenlandschaften am Schwarzen Meere sindv olt § anz Besitz der Türken; den Grenzschutz leistet das Reiter-uer Kosaken in der Ukraine. Weiteres Vordringen in Sibirien

P!De tz, Auszvg. 19. Anfl. 20