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Neuere Geschichte.
1899. Aufhebung der Sprachen Verordnungen für Böhmen
und Mähren. Der Ausgleich mit Ungarn erneuert.
1900. Erweiterung der Eisenbahnen und Wasserstraßen ge-
nehmigt.
1906. Bewilligung eines eigenen Zolltarifs für Ungarn.
Damit sind nach heftigen parlamentarischen Kämpfenin beiden Reichshälften die Magyaren der angestrebten Auflösungder Gemeinschaft mit Österreich einen Schritt nähergekommen.
1906. Reform des Wahlgesetzes für die cisleithanischenLänder. Das Herrenhaus besteht aus erblichen undauf Lebenszeit ernannten Mitgliedern. Der Reichsrat geht ausallgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen hervor. —In Transleithanien Magnatenhaus und Unterhaus. Das Wahlrechtist an ein Mindesteinkommen oder eine abgeschlossene höhereBildung geknüpft. (Nur 5,7 Prozent der Bevölkerungwah lberechtigt.)
1908. Vergeblicher Versuch König Eduards VII. von Eng-land, Österreich von Deutschland zu trennen undfür seine Einkreisuhgspolitik gegen Deutschland zugewinnen.
1908. Aufnahme Bosniens und der Herzegowina in den
Okt. Staats verband der österreichischen Monarchie. Zu-
nächst bilden die beiden Provinzen (51 110 qkm)als Reichsland ein Verwaltungsgebiet für sich. 1910 besondereVerfassung für Bosnien und die Herzegowina erlassen. Das Sand-schak Novibazar den Türken als Entschädigung zurückgegeben.Kriegsdrohungen in Serbien und Montenegro (8. 463) wegen Ver-nichtung der großserbischen Hoffnungen. Im Febr. 1909 An-erkennung der Annexion durch die Pforte gegen Zahlung von 2 1 /»Mill. türkischen Pfund (60 Mill. Er.) für die ehemals türkischenStaatsgüter. Infolge der energischen Unterstützung der öster-reichischen Politik durch das Deutsche Reich lassen die Mächt*des Dreiverbandes (S. 449 f.) in Belgrad erklären, daß Serbien in?Falle eines Krieges auf die Hilfe von Rußland, Frankreich undEngland nicht zu rechnen habe. Daraufhin stellt Serbien d>*Rüstungen ein (März 1909); Kronprinz Oeorg verzichtet zugunstenseines Bruders Alexander auf sein Erbfolgerecht-
1909. Neue schwere Kämpfe im Reichsrat zwischen d*°Deutschen und Tschechen über die Anwendung d* rdeutschen Sprache in Böhmen im Verkehr mit d*nBehörden.
1911. Stapellauf des ersten österreichisch-ungarischen Groß'
kampfschiffes: Viribus unitis.
1912. Der Ausgleich zwischen Deutschen und Tschech « 0
noch nicht erreicht. Trotzdem das durch die Oppnition lange verschleppte Wehrgesetz leidlich verabschiedet. **