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Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte
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So Ion!" Als Kyrus dies hörte, ließ er den Krösusfragen, was für ein Mann das sei, dessen Namen er aus-gesprochen habe. Dieser antwortete:Es ist ein Mann, denalle Gewalthaber hören sollten".

6. Dies machte den Perserkönig begierig, näheren Auf-schluß zu erhalten. Er ließ den Krösus vom Scheiterhaufenführen und vernahm dann die weise Lehre Solons, wie törichtder Mensch sei, wenn er sein Glück auf irdische Schätze baue.

7. Da dachte der siegreiche König, daß auch er ein Menschsei und die Vergeltung über ihn kommen könne. Er schenktedem Krösus nicht nur das Leben, sondern behielt ihn auchals Freund und Ratgeber bei sich.

8. Die blühenden griechischen Städte an der klein-asiatischen Küste mußten sich dem Kyrus unterwerfen. Ereroberte und zerstörte auch Babylon und machte dem baby-lonischen Reiche ein Ende (539). Endlich wollte er auchim nördlichen Asien wohnende Nomadenvölker unterwerfen,wurde aber von einem Stamme derselben, den Massageten,besiegt und getötet (529). Die Königin Tomyris soll desUnersättlichen Haupt in einen mit Blut gefüllten Schlauchgetaucht haben, damit er sich endlich satt trinke.

9. Das persische Reich war unter des Kyrus nächstenNachfolgern noch groß und mächtig. Sein Sohn KambFsesunterwarf auch Ägypten. Darms teilte das gewaltige Reichin 20 Provinzen, die von Statthaltern (Satrapen) verwaltetwurden. Er schnf ein geordnetes Steuer- und Heerwesen undhob den Verkehr durch Poststraßen und Kanäle. Seine Für-sorge für Ackerbau, Handel und Gewerbe brachte sein Land zuhoher Blüte. Er unternahm einen erfolglosen Zug gegen dienördlich des Schwarzen Meeres wohnenden Skythen undbegann den Kampf gegen die europäischen Griechen, den seinSohn A'erxes fortsetzte, der aber für Persien unglücklich verlief.

10. Die Religion der Perser lehrt, daß es in der Welt zweiWesen gibt: O.rmuzd, der Gott des Lichtes, des Guten undSchönen, und hriman, der Gott der Finsternis und desBösen. Beide liegen beständig im Kampfe. An diesem mußauch der Mensch auf der Seite des guten Gottes teilnehmen,indem er Milde gegen andere übt, wahrhaftig, gerecht undfleißig ist.

11. Als Sinnbild des Ormuzd beteten die Perser das Feueran. Den Gottesdienst besorgten die Magier, die auch als Ärzteund als Stern- und Traunideuter sehr geachtet waren. Diejetzigen Anhänger dieser Religion, deren es noch in Persien undIndien gibt, heißen Feueranbeter oder Parsen.