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Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte
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Heinrich VI. — Philipp von Schwaben und Otto IV.

1. Heinrich VI. (1190—1197), ein begabter, tatkräftigerHerrscher, hatte in Deutschland mit Heinrich dem Löwenzu kämpfen. Dieser hatte eine Fürstenverschwörung gebildet,um seine frühere Macht wieder zu erlangen. Doch kam es zueiner Versöhnung, alsRichard LLwenherz in HeinrichsGewalt gekommen war (8 69,4).

2. Zu Rom empfing er die Kaiserkrone. Seine norman-nischen Erblande konnte er auf einem zweiten Zuge in seineGewalt bringen. Er schlug jeden Widerstand nieder und zogsiegreich in die Hauptstadt Palermo ein. Ein blutigesStrafgericht erging über die Schuldigen, sicherte aber Hein-richs Herrschaft in seinem Erdreiche.

3. In Deutschland verfolgte Heinrich VI. den Plan, diedeutsche Krone in seinem Hause erblich zumachen. Doch scheiterte derselbe an dem Widersprüche derFürsten. Nur die Wahl seines jungen Sohnes Friedrichzum deutschen Könige konnte er durchsetzen. Mit den Vorberei-tungen zu einem Kreuzzuge beschäftigt, starb der Kaiser 1197zu Messina an einem Fieber. Das war für Deutschland eingroßes Unglück.

4. Denn während das Papsttum in Jnnocenz III.(1198—1216), der auch die Vormundschaft über den jungenFriedrich führte, den Höhepunkt seiner Macht erreichte,brach in Deutschland infolge der zwiespältigen Königswahl derBürgerkrieg aus. Die staufische Partei wählte Hein-richs Bruder, Philipp von Schwaben, während derenGegner sich für den Sohn Heinrichs des Löwen, Otto IV.von Braunschweig erklärten. Beide verschenkten massen-haft das Reichsgut, um Anhänger festzuhalten oder zu ge-winnen. Jnnocenz III. beanspruchte im Thronstreit dieEntscheidung: er erklärte sich für Otto IV. und banntePhilip P. Trotzdem gewann dieser immer mehr anBoden. Da wurde er 1208 vorn Pfalzgrafen Otto vonWittclsbach ermordet.

5. Jetzt erkannte auch die staufische Partei Otto IV. an.Dieser konnte nach Italien ziehen und sich zum Kaiser krönenlassen. Als er aber das sizilische Reich als Reichslehen bean-spruchte, bannte ihn Jnnocenz III. und veranlaßte die WahlFriedrichs zum deutschen König. Doch fand er erst allge-meine Anerkennung, nachdem Otto IV. in dem damals toben-den englisch-französischen Kriege eine schwere Niederlage erlit-