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da der Kaiser seiner wieder bedürfen werde. Denn diesem warbereits in Gustav Adolf ein neuer Feind erschienen.
6. Der Schwedische Krieg (1W10—1 <>!!!>).
1. Dänemark, Schweden und Norwegen warendurch die Kalmarische Union (1397) unter der Herr-schaft derdänischen Könige zu einem Reiche vereinigt wor-den. Als aber der König von Dänemark mit großer Grausam-keit gegen die unzufriedenen Schweden verfuhr und vieleder Vornehmsten hinrichten ließ (Stockholmer Blutbad1520), stellte sich einer derselben, Gustav Wasa, an die Spitzeder Schweden und vertrieb die Dänen. Er selbst aber wurdezum Könige von Schweden erwählt (1523) und führte nun dieReformation in der lutherischen Form ein. Auchin Dänemark und Norwegen wurde bald darauf die lutherischeLehre eingeführt.
2. Gustav Wasas Enkel war Gustav Adolf. Er war einsehr begabter, seinem evangelischen Glauben treu ergebenerHerrscher, ein weitblickender Staatsmann und hervorragenderFeldherr. In erfolgreichen Kriegen mit Rußland und Polenhatte er Schwedens Macht erweitert und sich ein tüchtiges, anstrenge Mannszucht gewöhntes Heer geschaffen. Frank-reich, dessen Staatsmann Richelieu, der großen Macht-entfaltung des Hauses Habsburg entgegentreten wollte, unter-stützte ihn mit Geld.
3. Zum Eingreifen in die deutschen Verhältnisse bewogenden Schwedenkönig die Absicht des Kaisers, über die Ostseeseine Herrschaft auszudehnen, die Schweden beanspruchte, unddie Vertreibung der mit ihm verwandten Herzöge von Mecklen-burg. Vor allem aber wollte er seinen bedrängten protestan-tischen Glaubensgenossen in Deutschland zu Hilfe kommen. Erlandete (1630) mit einem kleinen, aber wohlgeübten Heere inPommern, das erobert wurde. Doch zögerten insbesonderedie Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen,sich ihm anzuschließen.
4. Deshalb konnte Gustav Adolf Mag-deburg, das von Pappenheim und Lilly 'belagert wurde, weil es das Restitutionsedikt nicht
anerkennen wollte, nicht zu Hilfe kommen. Die -—
Stadt wurde erobert und unter vielen Greueltaten 1631 durcheine Feuersbrunst fast ganz zerstört. Jetzt schlössen sich die Kur-fürsten von Brandenburg und Sachsen an den Schwedenkönigan. Dieser zog nun nach Sachsen, in das Lilly eingefallenwar, und besiegte ihn bei Breitenfcld unweit Leipzigs im Sep-