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den Schiffsbau kennen zu lernen. Handwerker und Künstlerzog er besonders aus Deutschland und Holland in seinReich. Fähige Russen schickte er nach dem Westen, damit sie dieKultur kennen lernten.
5. Von Wien aus mußte er eilig nach Moskau zurück-kehren, Weil die Strelitzen, die adelige Leibgarde, vonPeters Schwester Sophie gegen dessen Neuerungen auf-gereizt waren und sich enipört hatten. Das Korps wurde auf-gehoben und Sophie in ein Kloster geschickt.
6. Peter gründete Schulen, führte ausländische Kleidungund Sitte ein und förderte das Gewerbe, den Handel und dieSchiffahrt. Er schuf ein von ausländischen Offizieren befehligtesHeer und gründete eine Flotte. Den Türken entriß er A s o wund erlangte dadurch den Zugang zum Schwarzen Meere. Umauch an der Ostsee festen Fuß zu fassen, verband er sich mitDänemark und Polen gegen die Schweden, denen die einstvon den Deutschen der Kultur gewonnenen Ostseeprovinzengehörten.
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Der Nordische Krieg
1. InSchweden hatte Gustav Adolfs Tochter und Nach-folgerin 1654 die Regierung niedergelegt. Es folgte ihr VetterKarl X. aus dem Wittelsbachischen Hause Pfalz-Zwei-brücken. Gegen ihn erhob der katholische König von Polenals ein Glied des Hauses Wasa Ansprüche auf den schwedischenThron. In dem deshalb ausbrechenden Kriege siegte Karl X.mit Hilfe des Großen Kurfürsten 1656 in der drei-tägigen Schlacht bei Warscha u. Um sich die weitere Unter-stützung dieses Fürsten zu sichern, versprach er ihm die völligeSelbständigkeit über das Herzogtum Preußen, die auchnach Karls plötzlichem Tode 1660 im Frieden zu Olivaanerkannt wurde-
2. Karl XI. begründete die unumschränkte Herrschaft,indem er die Macht des übermütigen Adels brach. Er ordnetedie Finanzen und hob den Wohlstand des Landes- Als aufVeranlassung Ludwigs XIV. sein Heer in Brandenburg einfiel,erlitt er 1675 die Niederlage bei F e h r b e l l i n und büßte da-durch an Waffenruhm ein- Ihm folgte 1697 sein fünfzehnjäh-riger Sohn Karl XII.
3. Karl XII. war höchst einfach in seinem ganzen Wesen,er besaß einen scharfen Verstand und hervorragenden Mut.Sein größter Fehler war aber sein Starrsinn, der ihn ver-
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