Die Hebräer (das Volk Israel).
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3. Aie Keöräer (das Wokk Israel).
Die Hebräer. Jsraeliten, später auch Juden genannt, wohnten in Kanaan.Dieses Volk ist eines der merkwürdigsten des Morgenlandes, denn gerade es hatteGott sich auserwählt. daß es die Überlieferungen von seiner Offenbarung und denGlauben an einen Gott bewahre, „bis die Zeit erfüllet sei" und aus ihm derErlöser der Menschheit hervorgehen könne.
Als Stammvater des 'israelitischen Volkes gilt Abraham. Auf Gottes Geheißzog dieser um 2000 v. Chr. über den Euphrat nach Kanaan. Die eingeborenenKananiter nannten ihn Hebräer, d. h. der von jenseits Gekommene. Dieser Nameblieb ihm wie seinen Nachkommen. Abraham, sein Sohn Jsaak und dessen SohnJakob sind die Träger göttlicher Verheißungen und werden Erzvüter oder Pa-triarchen genannt. Jakob, später Israel genannt, wurde durch die wunderbarenSchicksale seines Lieblingssohnes Joseph veranlaßt, mit seiner zahlreichen Faniilie nachÄgypten auszuwandern. Hier in dem fruchtbaren Mündungsgebiet des Nil. demLande Gosen. wuchsen ini Laufe von vier Jahrhunderten die Jsraeliten zu einemzahlreichen Volke heran. Als Fremdlinge und Hirten, ganz besonders aber, weilsie das Fleisch geschlachteter Tiere verzehrten, wurden sie von den Ägyptern gehaßtund wegen ihrer großen Anzahl gefürchtet. Man bedrückte sie deshalb mit Frondenund harter Ärbeit. Da wurde Moses, der größte Gesetzgeber aller Zeiten, zumRetter seines Volkes berufen (1500). Unter wunderbaren Fügungen führte er dasVolk über das Rote Meer in das nördliche Arabien. Am Berge Sinai emp-fing es die zehn Gebote. Ihr Ziel war das Land Kanaan, aus dem einst ihreVater ausgezogen waren. Aber noch vierzig Jahre mußte das Volk hier umher-wandern, um den ägyptischen Götzendienst zu vergessen und zum festen Glauben anJehova wie zum Gehorsam gegen seine Gebote erzogen zu werden. Nach Moses'Tode führte Josua das Volk in das „Land der Verheißung". Nach langwierigenKämpfen wurde dieses erobert und unter die einzelnen Stämme verteilt. Der StammLevi, aus dem die Priester genommen wurden, bekam kein eigenes Gebiet, sondernwohnte in den Städten des Landes zerstreut. Zu ihrem Unterhalt erhielten sieden Zehnten.
Die Priester — an ihrer Spitze der Hohepriester — leiteten das Volk. InZeiten der Not, namentlich wenn es von seinen Feinden bedrängt wurde, wähltees sich kraftvolle Männer, Richter, die es anführten und befreiten. Das gemein-same Heiligtum des Volkes war die Stiftshütte, ein Zelt. in dessen hinterstem Raum.dem Allerheiligsten, die Bundeslade mit den zwei steinernen Gesctztafeln auf-bewahrt wurde. Für die Belehrung und Erziehung des Volkes wirkten die Pro-pheten. Es waren dies gottbegeisterte Männer, die in besonderen Schulen erzogenwurden. In herrlichen Reden belehrten, warnten, straften und trösteten sie das Volkund hielten das Vertrauen auf Gott und die Hoffnung auf einen zukünftigen Erlöser-unter demselben aufrecht.
Könige. Von dem Richter Samuel forderte das Volk einen König. Samuelgab dem Verlangen des Volkes nach und salbte ihnen Saul aus dem StammeBenjamin zum König (1100 v. Chr.). Dieser war tatkräftig und erfocht glänzendeSiege. Das gute Einvernehmen mit Samuel wurde später gestört. Saul begegnetedeshalb in seiner Regierung mancherlei Schwierigkeiten, die ihn unglücklich machten.Zuletzt verfiel er in Schwermut. Nach einer verlorenen Schlacht stürzte er sich insein Schwert. Sein Nachfolger war David (1050 v. Chr.). Er war zwar nichtohne Fehler, aber doch durch Frömmigkeit und mancherlei Tugenden ausgezeichnet.Das Volk fühlte sich unter seiner Regierung glücklich. Er kämpfte siegreich gegen diePhilister, eroberte Damaskus und erweiterte die Grenzen des Landes bis zum Euphratund zum Roten Meere. Er machte Jerusalem zur Hauptstadt und erbaute dieBurg Zion; auch ließ er die Stiftshütte dahin bringen. Mehr noch als durchseine Siege ist aber David durch seine herrlichen Psalmen berühmt geworden.