Assyrer und Babylonier. Medcr und Perser (Cyrus). 7
Geschichte. Babylon, von dem gewaltigen Jäger Nimrod gegründet, scheintder älteste Sitz der Herrschaft gewesen zu sein. Von hier zog Assur aus, umAssyrien zu gründen. Ums Jahr 2000 v. Chr. herrschte in Assyrien, Babylon unddem östlich von Assyrien gelegenen Medien Ninns, der Erbauer von Ninive.Babylon und Medien brachen im 8. Jahrhundert v. Chr. das assyrische Joch undmachten sich selbständig. Dafür dehnte sich Assyrien durch Eroberungen im Westenaus. Salmanassar eroberte Samaria, die Hauptstadt des Reiches Israel, undführte die angesehensten Einwohner gefangen weg. Er gedachte auch Jerusalem zuerobern, wurde jedoch durch den Ausbruch einer ansteckenden Krankheit in seinen:Heere daran verhindert. Von jetzt an ging es abwärts mit dem assyrischen Reiche.Nabopolasfar von Babylon machte demselben um 600 vollends ein Ende, indemer Ninive eroberte und gänzlich zerstörte. Unter dessen Sohn Nebukadnezar erlangteBabylon seine höchste Macht. Aber schon nach feinem Tode sank das Reich undkam unter die Herrschaft Pcrsiens (536).
Die Babylonier hießen auch Chaldäer. Ihre Priester weissagten aus dem Laufeund der gegenwärtigen Stellung der Gestirne die künftigen Geschicke der Menschen. Inder Tat waren sie in der Sternkunde sehr erfahren. Sie verstanden die Mittagslinie zubestimmen, den Tag nach dem Stand der Sonne in 12 Stunden zu teilen, Mondfinster-nisse vorauszuberechnen rc. Ihre Schriftzeichen bestanden aus verschieden gruppierten keil-förmigen Strichen (Keilschrift). In dieser Schrift sind Tausende von ausgedehnten In-schriften entdeckt worden, die den Zeitraum vom Jahr 3000 bis 2000 v. Chr. umfassen.Sie sind auf Steinplatten, Ziegeln und Backsteintafeln eingeritzt. Durch ausdauerndenFleiß und bewundernswürdigen Scharfsinn ist es den Gelehrten gelungen, den Inhaltderselben zu entziffern.
Die Stadt Babylon, auf beiden Seiten des Euphrat gelegen, galt im Altertumals die prächtigste Stadt der Erde. Sie bildete ein Quadrat von drei Meilen Seitenlänge.Ihre Mauern waren fest mit Erdharz verkittet und so breit, daß 16 Reiter sich daraufnebeneinander bewegen konnten. In die mit 250 Türmen bewehrte Stadt führten 100eherne Tore. Unter den Bauwerken sind als die berühmtesten zu nennen: die Tempel-pyramide Baals (der babylonische Turm), die Euphratbrücke und die königliche Burg mitden schwebenden Gärten der Königin Semiramis. Letztere galten als eines der siebenWunderwerke der Welt und waren von Nebukadnezar auf hohen, künstlichen Terrassen zuEhren seiner Gemahlin angelegt worden.
5. Weder und Werfer (Kyrus).
Medien mit der Hauptstadt Ekbatana lag östlich von Assyrien und erstreckte sichüber das Hochland von Iran. Persien dehnte sich südöstlich von Babylon bis zumIndischen Ozean aus. Seine Hauptstädte waren Susa und Perscpolis. Die Persererscheinen in frühester Zeit als ein tapferes und kräftiges Bergvolk. Die Jugendhielt man zu drei Dingen an: zum Reiten, zum Bogenschießen und die Wahrheitzu sagen. Es war dies eine Folge der Lehren des weisen Gesetzgebers Zoroaster,die in Medien und Persien Eingang gefunden hatten. Zoroaster lehrte bereits dieUnsterblichkeit der Seele und eine gerechte Vergeltung. Nach seiner Lehre stehen dieMenschen unter dem Einfluß eines guten und eines bösen Geistes (Ormnzd undAhriman). Der Kampf zwischen gut und böse dauert 12000 Jahre. Zuletzt wirddas Gute siegen. Die Lehren Zoroastcrs find zusammengestellt in der Zend bvesta,d. h. der heiligen Schrift.
Cyrus. Der Befreier des Perservolks von der Dienstbarkeit der Meder undder Gründer des großen persischen Reichs ist Cyrus (in der Bibel Kares genannt).Die Sage erzählt von ihm folgendes: Einst träumte der medische König Astyages,aus dem Schoße seiner Tochter Mandane wachse ein Weinstock, der ganz Asien über-schatte. Die Traumdcuter erklärten, ein Sohn der Mandane werde sich ganz Asienunterwerfen. Als nun Mandane, die mit einem vornehmen Perser, Kambyses, ver-heiratet war, einen Sohn bekam, so befahl Astyages seinem Hofbediensteten Harpagus,das Kind zu töten. Doch dieser erbarmte sich desselben und übergab es einem