Tie Griechen.
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zelnen nach ihren Leistungen nnd nach ihrer Würdigkeit bemessen werden. Der Wertdes Geldes wurde erhöht und demgemäß der Schuldzins ermäßigt. Diese An-ordnung besserte die Lage der Armen sehr erheblich. Außerdem wurden alle Bürgernach ihrem Vermögen in Klassen geteilt. Nur die Bürger der drei ersten Klassenwaren zu regelmäßigen Abgaben und zum Kriegsdienst verpflichtet. Die ärmerenwaren davon besreit. Die Obrigkeiten wurden ebenfalls aus den drei erstenKlassen, aber von sämtlichen Bürgern gewählt. Die höchste Gewalt ruhtein der allgemeinen Volksversammlung, an der jeder teilnehmen konnte. Siebeschloß über Annahme nnd Ablehnung von Gesetzen, Krieg und Frieden, Steuern,Wahl der Beamten nnd entschied über Verbrechen gegen den Staat. Die Volksver-sammlung erlitt eine Beschränkung durch den Rat der Vierhundert, der erst zuberaten hatte, was dem Volke vorgelegt werden solle. Der oberste Gerichtshof warder Areopag. Damit die Richter vollkommen unparteiisch richten könnten, hielt dieserGerichtshof seine Sitzungen nachts, wo weder der Kläger noch der Beklagte zu erkennen war.
Nachdem Solon diese Gesetze gegeben hatte, ließ er die Athener schwören, daßsie zehn Jahre nichts daran ändern wollten. Dann unternahm er eine Reise insAusland. -- Trotzdem gelang es dem reichen und schlauen Pisistratus bald, sichmit Hilfe des vierten Standes, dem er größere Rechte versprach, zum Alleinherrschervon Athen auszuwerfen. Auch auf seine Söhne ging die Gewalt über. Doch alssie zu grausam zu herrschen begannen, wurde der eine, Hipparch, ermordet, der andereHippias, flüchtete zu den Persern nnd reizte sie gegen sein Vaterland auf.
Die Perscrkriegc. Die Kleinasiaten erhoben sich, um das persische Joch ab-zuschütteln. Da sandten ihnen die Athener und ihre Nachbarn auf Euböa einigeSchiffe zur Unterstützung. Dies gab dem König Dar ins von Persien willkommeneVeranlassung, die Griechen anzugreifen. Die Perser unternahmen drei gewaltigeKriegszüge gegen Griechenland. Der erste Zug,.unter Mardonius (493) erreichteGriechenland nicht, indem das Landheer nach Überschreitung des Hellespont durchdie tapferen Angriffe der Thracier zur Rückkehr gewungen wurde, die Flotte aberam Vorgebirge Athos zerschellte. Auf dem zweiten Zug eroberten die Perser dieInsel Euböa und landeten daraus im Gebiet der Athener. Heldenkühn zogen 9000Bürger von Athen, unterstützt von 1000 Platiiern, unter Anführung des Mil-tLad es dem zehnfach überlegenen Feinde entgegen und erkämpften in der Ebene vonMarathon den glänzendsten Sieg (490). Selbst die Spartaner, die erst am Tagenach der Schlacht eintrafen, bewunderten solche Tapferkeit.
Der Kriegszug des ikerxes. Schlacht bei Salamis. Die Schmach beiMarathon reizte Darms zur Rache. Gewaltige Rüstungen geschahen, da starb er.Aber sein Sohn Xerxes setzte die Rüstungen fort nnd zog im Frühjähr 480 miteinem ungeheuren Heere über den Hellespont nach Europa, während seine zahlreicheFlotte längs der Küste hinscgelte. Mit solchen Massen hoffte er das kleine Griechen-land erdrücken zu können. Er schickte Herolde voraus, die Erde nnd Wasser alsZeichen der Unterwerfung begehrten. Voll Furcht gaben viele, was verlangt wurde.Leonidas, der Spartanerkönig, zog mit 300 seiner Mitbürger und unterstützt voneinigen anderen griechischen Scharen nach dem Engpaß von Thermopylä, der ausThessalien nach Mittelgriechenland führt, um die Perser so lange aufzuhalten, bisdie Rüstungen der übrigen Griechen vollendet wären. Eine Zeitlang vereitelte diekleine Schar alle Versuche der Hunderttausende des persischen Heeres. Ganze Haufenvon Perserleichen häuften sich vor dem Paß an. Zuletzt wollte niemand mehr an-greifen, und die entmutigten Scharen mußten mit Peitschenhieben zum Kampfegetrieben werden. Da zeigte ein Verrräter, Ephialtes, den Feinden einen Bergsteig,und sie kamen den Griechen in den Rücken. Nun gab es für Leonidas keine Hoff-nung auf Sieg mehr. Er entließ seine Bundesgenossen in die Heimat und behieltnur seine Landsleute und 700 Thespier bei sich. Mit Löwenmut stürzten sie sichin die dichten Hausen der Feinde, um ihr Leben so teuer als möglich zu verkaufen.Der Kamps endete erst, nachdem Leonidas mit seiner ganzen Heldenschar gefallen war.