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Bilder aus der alten Geschichte.
Während dieses Kampfes bestand auch die griechische Motte mit der persischenmehrtägige, nichts entscheidende Tressen und zog sich endlich in die Meerenge zwischender Insel Salamis und Mika zurück. Athen wurde zerstört, nachdem die Bewohnersich auf die Schiffe geflüchtet hatten. DaS delphische Orakel hatte nämlich »erkundet,daß nur hinter hölzernen Mauern Rettung sei. Als die Griechen das ganzeMeer mit feindlichen Schiffen bedeckt sahen, entfiel ihnen der Mut. Durch eine kühneList wußte Themistokles sie aber festzuhalten. Er schickte heimlich einen Boten zuXerxes und ließ ihm sagen: „In der nächsten Nacht wollen die Griechen aus derMeeresbucht entfliehen. Umringe sie, dann find sie in deinen Händen!" Xerxesfolgte diesem Rate. Nun gab es für die Griechen keinen Ausweg, sie mußten kämpfenund wurden durch einen entscheidenden Sieg belohnt (480). Uerxes, der vorn Fest-lande aus der Schlacht zugesehen hatte, eilte nach Asien zurück, ließ aber seinen Feld-herrn Mardonins mit 300000 auserlesenen Truppen zurück. Schon im folgendenJahre wurde dieser jedoch von Pausanias und Aristides geschlagen und getötet.Um dieselbe Zeit wurde auch der Rest der persischen Flotte von Xanthippus ander kleinasiatischen Küste vernichtet. Die Perser verloren alle Besitzungen in Europa.
Dieses war dieZeitder höchsten Blüte fürGriechenland. Na-mentlich in Athen be-gann ein reges Leben.Markt und Hafenwaren von,Fremdenerfüllt. ÖffentlicheFeste wurden gefeiert,Kunst und Wissen-schaft empfingen kräf-tige Anregung. DieDichter, Redner, Ge-lehrten, Geschichts-schretber, sowie dieKunstwerke aus jenerZeit gelten noch heuteals Muster. (Perik-
Ruineu des Panhenou. les.) Das VüN Phi-
dias erbaute Par-thenon, ein Tempel der Göttin Pallas Athene, ist noch in seinen Trümmern be-wundernswert.
Der pcloponncsische Krieg. Nach Besiegung der äußeren Feinde ging unterden Griechen das Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit verloren. Die Eifersuchtzwischen Athen und Sparta erwachte aufs neue und veranlaßte den peloponnesischenKrieg, der mit großer Erbitterung 27 Jahre lang geführt wurde. Griechenlandverlor mehr und mehr seine Bedeutung und reifte dem Untergang entgegen.
Sokrates. Zu jener Zeit lebte in Athen der weise Sokrates. Er war der Sohneines Bildhauers, hatte im peloponnesischen Kriege tapfer für sein Vaterland gekämpft undsehte sich das schöne Ziel, durch Lehre und Beispiel der Sittenlosigkeit und dem Irrglaubenseiner Zeit entgegenzuwirken. Er suchte die Menschen zur Selbsterkenntnis, wie zur Er-kenntnis des einen geistigen Gottes hinzuführen. Groß war die Liebe, mit der alleBessergesinnten ihm anhingen. Seine Feinde reizten das Volk gegen ihn auf und beschul-digten ihn, er verachte die Götter und verführe die Jugend. Und das verblendete Volkverurteilte den siebzigjährigen Greis, der sein ganzes Leben dem Wohle seines Volkesgewidmet hatte, zum Tode. Mit Ruhe und edler Würde unterwarf Sokrates sich dem un-gerechten Urteil und verschmähte selbst die dargebotene Gelegenheit, heimlich aus dem Ge-fängnisse zu entweichen. Seine Schüler bis zum letzten Augenblicke aufrichtend und tröstend,trank er den Giftbecher mit der Überzeugung, das; seine unsterbliche Seele in ein besseresLand entschweben werde (400).
MM
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