Das mazedonische Weltreich. Alexander der Große. 15
Esmminoildlis. Nach und nach hatten die Spartaner sich die Oberherrschaftüber ganz Griechenland angemaßt. Auch die Stadt Theben hatten sie unterworfenund übten unerträgliche Tyrannei. Da entstand eine Verschwörung, und die spar-tanischen Gewalthaber wurden verjagt. Die Thebaner beriefen nun den tapferen,edlen und weisen Epaminsndas an ihre Spitze. Dieser war nicht allein ein aus-gezeichneter Redner, sondern auch der bedeutendste Feldherr seiner Zeit. Gleich inder ersten Schlacht bei Lenktra brachte er den Spartanern eine entscheidende Nieder-lage bei. Durch eine weise Verwaltung erhob er seine Vaterstadt auf die erste Stelleunter den griechischen Städten. Noch einmal mußte er gegen Sparta kämpfen. BeiMantinca errang er den zweiten Sieg. Doch kostete ihm dieser das Leben. Danachsank auch Theben wieder in seine frühere Ohnmacht zurück.
Philipp von Mazedonien trat nicht lange danach die Erbschaft an. Schlaumischte er sich nach Thebens Untergang in die griechischen Händel. Er hielt reineBurg für uneinnehmbar, auf die ein goldbeladenes Eselein einen Pfad finde. Dieeinen gewann er mit Gold, andere täuschte er listig oder bezwäng sie mit derSchürfe des Schwertes. Nur einer durchschaute ihn, der Athener Demosthenes,der größte Redner und Staatsmann seiner Zeit. Er blieb allen VersuchungenPhilipps gegenüber unbestechlich und wurde nicht müde, seine Mitbürger vor denPlänen des klugen Mazedoniers zu warnen. Vergebens! Philipp drang in Griechen-land ein und siegte bei Chäronea (338). Großmütig gewährte er Frieden undließ sich zum griechischen Feldherrn ernennen. Um den Griechen den Verlustihrer Freiheit vergessen zu machen, hatte er den Plan gefaßt, das große Perser-reich der Herrschaft Griechenlands zu unterwerfen. Da ermordete ihn einer seinerLeibwächter.
7. Aas mazedonische Weltreich. Alexander der Kroße.
Alexander der Große, der Sohn Philipps von Mazedonien, wurde 356 v. Chr.in derselben Nacht geboren, als der berühmte Dianatempel in Ephesus von Hervstcatus,einem überspannten Menschen, angezündet worden war. L-ein Lehrer und Erzieher
war Aristoteles, der berühmteste Gelehrteund Denker Griechenlands. Glühender Ehrgeizflammte schon frühe in des Knaben Seele.„Mein Vater wird mir nichts mehr zu tunübrig lassen!" klagte er, als man ihm einenneuen Sieg desselben verkündigte. Das wider-spenstige Roß Bucephalus, das vor seinemeigenen Schatten scheute, kehrte er um, sprangdarauf und zwang es, seinem Willen zu ge-horchen. Sein Vater, von der Klugheit seinesSohnes entzückt, rief aus: „Suche dir eins2T anderes Königreich, mein Sohn, Mazedonien istzu klein für dich!"
Unterwerfung Griechenlands. Erst 21 Jahrezählte Alexander, als der unerwartete Tod seinesVaters ihn aus den Thron berief. Er zog nachKorinth, um sich die Würde eines griechischenOberfeldherrn, die sein Vater erlangt hatte, bestätigen zu lassen. Alle Städte
waren damit einverstanden, nur die Spartaner ließen ihm trotzig antworten, essei nicht ihre Art, sich von anderen anführen zu lassen. Als sich die von
seinem Vater unterworfenen Jllhrier, Thracier :c. widerspenstig zeigten, geriet auchGriechenland in eine gärende Bewegung. Theben erhob sich und auch Demosthenesschöpfte wieder neue Hoffnung für sein Vaterland. Ader ehe die Griechen sich
einigten, stand Alexander nnt seinem Heere vor Theben. Trotz des tapfersten
Alexander der Erotze.