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Bilder aus der alten Geschichte.
Widerstandes wurde die Stadt erobert und von Grund aus zerstört. Nur dieTempel und das Haus des Dichters Pindar blieben verschont. Dieses harteStrafgericht diente allen Hellenen als abschreckendes Beispiel. Alexander konnte nunden Plan seines Vaters ausführen, auf den Trümmern des persischen Reiches einemazedonische Weltherrschaft zu gründen.
Unterwerfung des persischen Reiches. Vorsorglich ließ Alexander unter demFeldherrn Antipater ein Heer in Mazedonien zurück. Er selber aber setzte an derSpitze von 30000 Mann Fußvolk und 5000 Reitern über den Hellespont. Hinterdem Flüßchen Granikus erwartete ihn das stärkere persische Heer. Sein erfahrenerFeldherr Parmenio riet ihm, nicht im Angesicht des Feindes überzusetzen. „Wie",rief der junge König, „müßte nicht der Hellespont sich schämen, wenn wir diesesFlüßchen fürchteten?" Wirklich stürzte, der beherzte Jüngling sich in den Fluß underzwäng mit seinen Mazedoniern den Übergang und einen entscheidenden Sieg.
Klitus. Alexander trug einen hohen Federbusch auf feinem Helme, der ihn vorallen kenntlich machte. Zwei persische Krieger gedachten durch den Tod des Königs dieSchlacht rasch zu entscheiden. Vereint stürmten sie auf ihn los. Ein kräftiger Schlagsprengte seinen Helm. Schon holte der zweite Perser aus zum tödlichen Streich auf dasunbewehrte Haupt des Königs, als ein Mazedonier, Klitus, mit Blitzesschnelle herzusprangund den Arm des Persers zur Erde schlug.
Der gordische Knoten. Nun durchzog Alexander die Küstenländer Kleinasiens.In der Stadt Gordium stand ein uralter Königswagen, an welchem die Riemen, womitman die Pferde anspannte, in einen kunstvollen Knoten verschlungen waren. Ein Orakelhatte geweissagt, wer diesen Knoten löse, werde über Asien herrschen. Alexander zerhiebdenselben mit seinem Schwerte und bestärkte dadurch den Glauben des Heeres an seineBestimmung.
Alexanders Leibarzt. Bei großer Hitze kam Alexander nach Tarfus am Cydnus.Das klare Wasser und die schattige Umgebung verlockten, den König zum Bade. Kaumwar er ins Wasser gestiegen, als die unerwartete Kälte desselben ihn fieberhaft erschütterte.Er mußte nach Hause getragen werden, und man fürchtete für sein Leben. Geradesetzt kam die Kunde, der Perserkönig Darms Kodomannus ziehe mit einem ungeheurenHeere heran. Die Unruhe verschlimmerte noch die Krankheit. In dieser Not entschloß sichAlexanders Leibarzt, ein entscheidendes Mittel in Anwendung zu bringen. Da kam einEilbote von Parmenio mit einem Briefe des Inhalts: „Traue dem Arzte Philippus nicht!Darms soll ihn mit vielem Gelde bestochen und ihm seine Tochter zum Weibe versprochenhaben, wenn er dich vergifte." Der Arzt trat herein mit einer so ruhigen Miene, daß derKönig alles Mißtrauen verbannte. Mit der linken Hand setzte er die Schale an dieLippen, mit der rechten überreichte er dem Arzte den Brief. Dieser beteuerte seine Unschuld,aber Alexander antwortete: „Ich kenne dich, deshalb habe ich dir vertraut." Wirklichbrachte die Arznei neues Leben in den Kranken. Nach wenigen Tagen war Alexander soweit hergestellt, daß er sich feinen jubelnden Soldaten zeigen konnte.
Nun zog Alexander gegen Darms II. und besiegte ihn in einer gewaltigenSchlacht bei Jssus in Mieten (333). Die Familie des Darms geriet in dieGewalt Alexanders, wurde aber königlich behandelt. Darms floh mit den Trümmernseines Heeres ins Innere von Asten, während Alexander Syrien und Phönizien mitleichter Mühe eroberte. Nur Tyrus, vertrauend aus seine günstige Lage, leisteteWiderstand. Erst nach siebenmonatlicher Belagerung wurde die Stadt erobert undvon Grund aus zerstört. Von hier zog Alexander nach Ägypten und gründete dieStadt Alexandria, die infolge ihrer günstigen Lage an der Mündung des Nilsbald der Mittelpunkt des Welthandels wurde. Darms hatte mittlerweile sich in dasGebiet des Euphrat und Tigris gewandt, um neue Streitkräfte zu sammeln. Alexandereilte ihm nach und erreichte ihn in der Ebene bei Arbela. Nach hartnäckigem Kampfesiegte Alexander abermals und nötigte seinen Gegner zur Flucht nach Medien. Unter-dessen zog Alexander in Babylon ein, wo er mit Jubel empfangen wurde. InSusa und Perscpolis erbeutete er unermeßliche Schätze, die er unter seine Heerführerund Soldaten verteilte. Er schonte diese Städte; nur die Königsburg in Persepolisließ er verbrennen, um die Zerstörung Athens durch Xerxes zu rächen. Jetzt wandte