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Geschichte : ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler / bearb. von P. Müller und J. A. Völker
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Bilder aus der alten Geschichte.

33 Jahre alt. Seine Leiche wurde in einem kostbaren Wagen nach Alexandria ver-bracht und daselbst beigesetzt. Mit Alexanders Tod zerfiel sein Werk. Nach langenKämpfen zwischen seinen Heerführern gingen aus seinen Eroberungen mehrere Reichehervor, von denen Syrien, Ägypten und Mazedonien erwähnt sein mögen.

Griechenland wurde 146 v. Chr., in demselben Jahre als Karthago zerstörtwurde, unter dem Namen Achaja eine römische Provinz.

8. Aie Wörner.

Gründung der Stadt Rom (753 v. Chr.). Der Ansang der römischen Ge-schichte ist wie der fast aller Völker vielfach von Sagen durchwoben. KönigNumitor von Albalonga wurde von seinem Bruder Amulius verdrängt, sein Sohnermordet und seine Tochter Rhea Sylvia zu einer Priesterin der Vesta gemacht.Als sie zwei Söhne angeblich des Kriegsgottes Mars bekam, verurteilteAmulius die Mutter zu lebenslänglichem Gefängnis und die Kinder zum Tode inden Fluten des Tiber. Der hochangeschwollene Strom führte die Kinder aufsTrockene, wo sie von einer Wölfin gesäugt wurden. Faustulus, ein Hirte, der diessah und den Zusammenhang ahnte, erbarmte sich der verlassenen Kinder und brachtesie seiner Frau zur Pflege. Sie erhielten die Namen Romulus und Remus.Kräftig wuchsen sie heran und ragten bald durch Tüchtigkeit und Tapferkeit über dieJünglinge ihrer Umgebung hervor. In einem Streite mit den Hirten Numitors,der zurückgezogen auf seinen Gütern lebte, ward Remus ergriffen und vor Numitorgeführt. Da eilte Faustulus mit Romulus herbei und entdeckte dem Numitor dasGeheimnis von der Herkunft des Knaben. Freudig umarmte Numitor seine wieder-gefundenen Enkel. Diese sammelten die Genossen ihrer Jugend um sich, erschlugenihren -Oheim und setzten ihren Großvater wieder in seine Rechte ein. Zum Lohneschenkte dieser ihnen ein Stück Landes am Tiber zur Gründung einer Stadt.Zwischen den Brüdern entstand jedoch ein Streit wegen der Stelle, wo die Stadterbaut werden solle, und wegen ihres Namens. Sie kamen deshalb überein, denStreit durch den Vogelflug entscheiden zu lassen. Remus stellte sich auf dem aven-tinischen Hügel auf und Romulus auf dein Palatinischen. Remus erblickte zuerstsechs Geier, Romulus kurz darauf zwölf. Die Stadt wurde daher auf dem pala-tinischen Hügel erbaut und Rom genannt. Spottend sprang der gekränkte Remusüber die niedrigen Mauern der neuen Stadt, wurde aber von Romulus erschlagen.

Ranb der Sabinerinne». Romulus war nun Alleinherrscher. Um die Bürgerfeiner Stadt zu vermehren, nahm er Heimatlose und aus anderen Städten Verbannteauf. Aber es fehlte an Frauen. Da veranstaltete man ein Fest und lud die benach-barten Sabiner mit ihren Frauen und Töchtern dazu ein. Während des Festesfielen die Römer über die satanischen Jungfrauen her und entführten sie in ihreWohnungen. In dem zwischen den Römern und Sabinern deswegen entstandenenKrieg traten die geraubten Sabinerinnen selber als Vermittlerinnen auf. DieSabiner siedelten sich auf zwei weiteren Hügeln an und bildeten fortan mit denRömern ein Volk.

Verfassung. Die Könige. Das römische Volk zerfiel in drei Klassen: Dievornehmste Klasse waren die Patrizier, der Erbadel, wahrscheinlich die Nachkommenderer, welche die Gegend sich unterworfen hatten. Sie allein waren fähig, die höchstenStaatsämter zu bekleiden und das Amt eines Priesters zu versehen. Die Klienten,Lehensleute, stammten wahrscheinlich von den früheren Bewohnern des Landes, dievon den Einwanderern unterjocht worden waren. Sie waren den Patriziern zuDienstleistungen -verpflichtet. Die Plebejer endlich waren später eingewanderteFremde. Sie besaßen wohl das römische Bürgerrecht, waren aber von der Regierungund der Nutznießung der Staatsgüter ausgeschlossen. Für die ihnen überlassenenGüter mußten sie Abgaben entrichten. Die oberste Staatsbehörde war der Senat,