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Geschichte : ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler / bearb. von P. Müller und J. A. Völker
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Die Römer. (Auswärtige Kriege.)

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eroberte die ganze Insel bis auf zwei Städte, die er nicht gewinnen konnte. Inzwischenhatte Rom ein neues Heer gerüstet, und Pyrrhus zog nach Tarent zurück. Mit Hilfeseiner Elefanten, die auf ihrem Rücken hölzerne Türmchen mit Kriegern trugen, hoffte erder Römer leichter Herr werden zu können. Er traf sie bei Benevent. Doch die Römerwarfen aus sicheren Stellungen brennende Pechkränze gegen die Elefanten. Diese wurdendadurch scheu, wendeten sich um und wurden den eigenen Reihen gefährlich. Jetzt zogPyrrhus vor, wieder nach Epirus zurückzukehren. Nach kurzer Zeit gelangte nun ganzUnteritalien in den Besitz der Römer (272).

Die Kriege mit Karthago (punische Kriege). Die mächtigsten Staaten der Erdewaren um diese Zeit Rom und Karthago. Ersteres war die bedeutendste Landmacht, letz-teres beherrschte das Meer. Beide kamen in Streit wegen der Insel Sizilien (264). Nach-dem die Römer daselbst einmal festen Fuß gefaßt? hatten, eroberten sie den größten Teildes karthagischen Gebiets. Die Karthager übten Vergeltung, indem sie mit ihrer Flotte

Römisches Kriegsschiff.

die Küsten Italiens und Siziliens verwüsteten. Dies zu ändern, schufen auch die Römersich eine Flotte nach dem Muster eines gestrandeten karthagischen Schiffes. Nachdem ein-mal der Konsul Duilius bei My den ersten Seesieg über die Karthager errungen hatte,faßten die Römer den Entschluß, die Karthager in ihrer Heimat selber anzugreifen. DieKonsuln Manlius und Regulus schifften nach Afrika hinüber und eroberten auch einigeStädte. Mit Hilfe ihrer spartanischen Söldner siegten jedoch die Karthager bei Tunisund nahmen den Regulus gefangen. Als Handelsvolk waren die Karthager zum Friedengeneigt und sandten deshalb den Regulus als Verniittler in seine Heimat. Vorher hattensie ihm das Versprechen abgenommen, daß er wieder in die Gefangenschaft zurückkehrenwolle, wenn er seinen Zweck nicht erreiche. Regulus war überzeugt, daß Rom nur ge-winnen könne, wenn es den Krieg fortsetze. Er widerriet deshalb den Friedens-schluß. Obgleich man ihn in Rom zurückzuhalten versuchte, kehrte er doch in die Gefangen-schaft zurück, wo er unter grausamen Martern getötet wurde. Anfangs schien das Glück

den Karthagern günstig; nachdem aber Catulus einen glänzenden Sieg über die kartha-gische Flotte errungen hatte, riet der karthagische Feldherr Hamilkar Barkas selberzum Frieden. Die Friedensbedingungen waren sehr hart. Karthago mußte die InselSizilien räumen, eine bedeutende Geldsumme zahlen und alle Gefangenen ohne Lösegeldfreigeben (241). Die Römer benutzten ihr Übergewicht und nahmen den Karthagern mittenim Frieden auch noch die Inseln Sardinien und Korsika weg.

Um sich für ihre Verluste zu entschädigen, sandten die Karthager ein Heer

nach dem (Überreichen Spanien. Unter Führung Hamilkar Barkas und nach dessenTode seines Schwiegersohnes Hasdrnbals wurde das Land in blutigen Kämpfenerobert. Hasdrubal gründete Neu-Karthago (Cartagena), das durch Handel groß