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Bilder aus der deutschen Geschichte.
liche Ämter und einträgliche Pfründen gegen Geld zu vergeben. Es wurde ein förm-licher Wucher mit geistlichen Stellen getrieben. Diese kamen daher nicht immer an denTüchtigsten und Würdigsten, sondern an den Meistbietenden. Durch diesen Stellenkanfkam es, daß einmal in Rom drei Päpste zu gleicher Zeit vorhanden waren. Ein Ärger-nis ging durch die ganze Christenheit! Da erschien der Kaiser in Rom. Er beriefeine Kirchenversammlung, welche die drei Päpste absetzte und den von Heinrich emp-fohlenen Bischof von Bamberg als Clemens II. mit der päpstlichen Krone*) schmückte.Dieser krönte ihn dann zum römischen Kaiser. Nach Clemens wurden nacheinandernoch drei Päpste aus deutschem Stamme erwählt. Geistlichkeit und Volk in Rom warenes zufrieden, daß der Kaiser über den päpstlichen Stuhl verfügte, wie über die, deut-schen Bistümer, denn er war bemüht, aus der Kirche alles zu entfernen, was Ärger-nis geben konnte. Im Gefolge des letzten Papstes aus deutschem Stamme, der in Romeinzog, befand sich der Mönch Hildebrand, der später als Papst Gregor VII. großenEinfluß gewann und das Verhältnis zwischen Kaisertum und Papsttum von Grundaus umgestaltete.
13. Keinnch IV. (1056 — 1106) und Mpst Kregor VII.
in seinem fünfzehnten Lebensjahr in Worms für mündig und regierungsfähig erklärtworden war, schwand Hannos Einfluß ganz. Adalbert, der Ratgeber des Königs,suchte feinen Einfluß dadurch zu befestigen, daß er dessen Leidenschaften: Herrschsucht,Habgier und Eitelkeit, auf alle Weise befriedigte. Er nützte seine Stellung so sehr zuseinem Vorteil aus, daß allgemeine Unzufriedenheit entstand und der König sich genötigt
*) Die päpstliche Krone hat die Form nner hohen Mütze, die seit dem 14. Jahrhundert mit drei über-einanderstehenden goldenen Kronen umgeben ist. Oben befindet sich eine Kugel, über der ein Kreuz sich erhebt.