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Bilder aus der deutschen Geschichte.
enthielten sehr viel Berechtigtes, wurden aber durch die Art des Auftretens ihrer Verfechterselber geschändet. Die Aufständischen schritten zu ruchlosen Widersetzlichkeiten und frevel-haften Greueltaten fort, plünderten Schlösser und Klöster, zerstörten die Gotteshäuser,sengten und mordeten. Luther ermähnte zuerst Herren und Bauern zur Versöhnung; alser aber die von den Bauern verübten Greuel vernahm, richtete er eine heftige Schrift„Wider die mörderischen und räuberischen Bauern". Ihrem Aufstand fehlte die einheitlicheLeitung, deshalb wurden sie in einzelnen Haufen nacheinander besiegt, und ihr Los warfortan schlimmer als zuvor. Erst mehr als 200 Jahre später kam für den Bauernstandeine bessere Zeit. Veranlassung war die französische Staatsumwälzung, durch die das alteFeudalsystem gestürzt und Gleichheit vor dem Gesetz als allgemeiner Grundsatz zur Gel-tung kam.
Die Wiedertäufer. In Thüringen hatte ein Geistlicher, Thomas Münzer,den Leuten die Köpfe verrückt. Er predigte gegen den Papst und gegen Luther, verwarf,wie Karlstadt, die Kindertaufe, rühmte sich göttlicher Offenbarungen und verhieß den ArmenGütergemeinschaft. Ein Gehilfe von ihm durchzog die Gegend von Mühlhaufen und ver-breitete durch Plünderung und Brand Angst und Schrecken. Herzog Georg von Sachsenund Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen zogen gegen diese Aufrührer und brachtenihnen bei Frankenhausen eine gewaltige Niederlage bei. Da die Wiedertäufer in Deutsch-land nirgends geduldet wurden, zogen sie sich nach Holland zurück. Später bemächtigtensie sich der Stadt Münster in Westfalen. Johann Bockhold, ein Schneider aus Leyden,und Johann Mathiesen, ein Bäcker aus Hartem, standen an ihrer Spitze. Durchschwärmerische Weissagungen von dem nahen Gottesreich betörten sie das Volk, und ihrAnhang mehrte sich. Johann von Leyden herrschte mit unumschränkter Gewalt undließ jeden hinrichten, der sich seinen Machtgeboten nicht fügte. Im Auftrag Karls V. zogPhilipp der Großmütige gegen diese Schwärmer. Er belagerte die Stadt und eroberte sie nachverzweifelter Gegenwehr(1535). Über die Rädelsführer erging hierauf ein grausames Gericht.
Fortgang der Reformation. Nicht allem durch Predigten, sondern auch durchviele Schriften wirkte Luther für die von ihm unternommene Sache. Als er bei seinenKirchenvisitationen in Sachsen den traurigen Zustand der religiösen Unterweisung derJugend wahrnahm, schrieb er zwei Bücher: einen großen Katechismus für die Pfarrerund Lehrer und einen kleinen für die Jugend. Luther dichtete auch Kirchenliederund versah sie mit Melodien. Zu seinen Anhängern gehörten viele der gelehrtestenMänner jener Zeit, z. B. Ulrich von Hütten. Auch unter der Reichsritterschafthatte er viele Freunde. Franz von Sickingen bot ihm die Ebernburg als Zufluchts-stätte an. Luthers treuester Mitarbeiter war Philipp Melanchthon (geb. 1497in Breiten). Dieser sanfte und gründliche Gelehrte hat nicht nur hervorragendenAnteil an der Bibelübersetzung, er verstand auch nicht selten, das schroffe undheftige Auftreten Luthers zu mildern. „Freund Philippus führt fein säuberlich da-her." — Am raschesten fand Luthers Lehre Eingang in den Reichsstädten. Aber auchin ganzen Ländern kam auf Anregung der Fürsten die Reformation zur Einführung,z. B. in Sachsen, Thüringen, Hessen, Mecklenburg, Pommern,„Brandenburg; fernerin Dänemark, Schweden rc. In anderen Ländern, wie in Österreich, Bayern ec.,wurden alle Versuche zur Ausbreitung der lutherischen Lehre mit Gewalt unterdrückt.Auf deni Reichstag zu Speier 1529 brachten die katholischen Reichsstände einen Be-schluß zustande, wonach es den Reichsständen untersagt sein sollte, die Reformationweiter auszubreiten. Weil hiergegen die lutherischen Stände Widerspruch erhoben(protestierten), erhielten sie den Namen Protestanten. Die Spannung unter denbeiden Religionsparteien wurde immer größer. Auf dem Reichstag zu Augsburg (1530)kam das von Philipp Melanchthon verfaßte Glaubensbekenntnis (die AugsburgischeKonfession) zur Verlesung, ohne daß dadurch für die Evangelischen irgendeine Besserungerreicht worden wäre. Erst als der Kaiser von den Franzosen und den Türken gleich-zeitig bedrängt wurde, und die evangelischen Fürsten sich zu dem schmalkaldischenBunde geeinigt hatten, gewährte er in dem Nürnberger Religionsfrieden 1532 einigeErleichterungen. Der Kaiser hatte die Hoffnung, die Einheit der Kirche wiederher-zustellen, immer noch nicht aufgegeben. Er erwartete viel von einem allgemeinen Konzil.Dieses wurde endlich 1545 nach Trient in Südtirol einberufen. Aber die evange-lischen Fürsten erkannten es nicht an und blieben demselben ferne. Sie waren der