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Bilder aus der deutschen Geschichte.
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Friedrich V. v. d. Pfalz.
hierauf eine Landesversammlung ein und vertrieben die Jesuiten. Die Union sandteein kleines Hilfsheer unter dem Grafen Ernst von Mansfeld. Während der vergeb-lichen Verhandlungen starb Kaiser Matthias.
Der Krieg in Böhmen «nd der Rheinpfalz (1618—24). Von seinem Nach-folger. Ferdinand II.. war für Böhmen wenig Gutes zu erwarten, da er „die Be-kämpfung der Ketzer als heiligste Pflicht"betrachtete. Die Böhmen erklärten ihn des-halb des Thrones verlustig und wählten denreformierten Kurfürsten Friedrich V. vonder Pfalz, das Haupt der Union, zuihrem König. Jetzt ergriffen aber diekatholische Liga, Spanien und — derlutherische Kurfürst von Sachsen, der denreformierten Pfalzgrafen haßte. Partei fürden Kaiser. Während Friedrich in Pragglänzende Feste feierte, zog Maximilian vonBayern mit feinem trefflichen Feldherrn Lillyheran und besiegte die Böhmen am weißenBerg (1620). Friedrich, von seinenGegnern nur der Winterkönig genannt,wurde in die Acht erklärt. Flüchtig irrteer von Land zu Land und starb 1632in Mainz. Sein Herz wurde nach Oppen-heim. der nächsten pfälzischen Stadt, gebrachtund in der Katharinenkirche daselbst bei-gesetzt. Die Pfalz mit der Kurwürde kam an Maximilian von Bayern. ÜberBöhmen aber erging ein schweres Gericht. Der Majestätsbrief wurde zerrissenund die Religionsfreiheit aufgehoben. Die Jesuiten wurden zurückgerufen, die evan-gelischen Prediger vertrieben, und die Empörer eingekerkert oder mit Verbannung unddem Verlust ihrer Güter bestraft. Die Union löste sich auf. Nur Graf von Mans-feld. Herzog Christian von Braunschweig und Markgraf Friedrich von Baden strittennoch für die evangelische Sache. - Der letztere wurde 1622 von Lilly bei Wimpfen
in einer blutigen Schlacht besiegt. Auch dieübrigen mußten vor Lilly bald das Feldräumen.
Der Krieg in Niedcrdentschland (1624bis 1630). König Jakob von England, derSchwiegervater des Winterkönigs, unterstützteErnst von Mansfeld durch Truppen und Geld,auch Christian von Braunschweig fand Hilfe.Zu diesen kam König Christian IV. vonDänemark, der sich der Protestanten annahm.England und Holland schloffen Verträge mitihm, und Frankreich versprach Hilfsgelder. Einneuer Kriegssturm erhob sich! Der Kaiser,dem die Abhängigkeit von Bayern bedenklicherschien, bemühte sich, ein eigenes Heer aufzu-stellen. Hierzu bot ihm Albrecht von Wol-lensten:. ein reicher böhmischer Edelmann,den der Kaiser für seine Verdienste im böh-mischen Kriege zum Herzog von Friedlandernannt hatte, seine Dienste an. Er erklärte sich bereit, ein Heer auf eigene Kostenaufzubringen und zu unterhalten, wenn man ihm den unbedingten Oberbefehl über-trage und ihn durch eroberte Länder entschädige. Es ivird erzählt, der Kaiser habe
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Ernst v. Mansfeld.