82 Bilder aus der deutschen Geschichte.
„Kein Feindl, Majestät", erwiderte Lilly ernst, „sondern einen rechten Feind!" Mit15 000 Mann landete Gustav Adolf an der pommerschen Küste. Gustavs Frömmig-keit und die strenge Mannszucht seiner Soldaten, die sich täglich zweimal uni denFeldprediger versammelten, bildeten einen wohltuenden Gegensatz zu den länderver-
wüstenden Scharen Tillys und Wallensteins.Das Volk begrüßte deshalb Gustav Adolfüberall, wo er erschien, als Befreier. Schnellvertrieb er die kaiserlichen Truppen aus Pommernund Mecklenburg und schloß mit dem KurfürstenGeorg Wilhelm von Brandenburg ein Bünd-nis. Aus Furcht vor dem Kaiser lehnten diemeisten evangelischen Fürsten das von GustavAdolf ihnen angebotene Bündnis ab und be-schlossen, neutral zu bleiben. Nur die StadtMagdeburg, die Herzöge von Lüneburg, Sachsen-Weimar, Lauenburg und der Landgraf vonHessen-Kassel schlössen sich dem König an. DieStadt Magdeburg wurde von Lilly und Pappen-heim belagert, weil sie dem Restitutionsediktsich widersetzt hatte. Gustav Adolf wollte derStadt zu Hilfe eilen, wurde jedoch durch denKurfürsten Johann Georg von Sachsen, derihm hartnäckig den Durchzug durch sein LandEy- verweigerte, daran gehindert. So wurde
Magdeburg (am 10. Mai 1631) von den Kaiserlichen erobert und zerstört. Endlichentschloß sich auch der Kurfürst von Sachsen zu einem Bündnis mit Gustav Adolf,aber er war ein zweifelhafter Bundesgenosse, der immer bemüht war, es mit demKaiser nicht ganz zu verderben. Es kam nun zur blutigen Schlacht bei Breiten-feld, wo die kampfgeübten kaiserlichen Scharen durch das überlegene FeldherrntälentGustav Adolfs eine schwere Niederlage erlitten. Lilly verlor 7000 seiner besten
Streiter und mußte nach Süden ziehen,während die Sachsen nach Böhmen zogenund Prag besetzten. Gustav Adolfwandte sich nach Süddeutschland, über-schritt bei Oppenheim den Rhein undbesetzte die Gegend von Mainz bis Btann-heim und Speier. Im Frühjahr zog ernach Bayern, um sich mit Lilly, der amLech stand, nochmals zu messen. Er er-zwäng den Übergang über den Lech.Dabei wurde Lilly lebensgefährlich ver-wundet und starb kurze Zeit nachher.Im Mai zog Gustav Adolf als schonen-der Sieger in München ein.
Wallensteins Rückkehr. In seinerBedrängnis nahm der Kaiser seine Zu-flucht nochmals zu Wollenstem. Dochließ dieser sich lange bitten, ehe er seineWerber ausschickte. Nur unter der Be-dingung, daß ihm der Kaiser den Ober-befehl über seine ganze Heeresmacht übertrage und ihm Mecklenburg oder ein anderesgleichwertiges Land als Entschädigung in Aussicht stelle, ließ er sich zur Hilfe bereit finden.Allgemein erwartete man, Wollenstem werde jetzt die Schweden aus Bayern vertreiben.Aber vielleicht mit geheimer Schadenfreude über Maximilian, den Urheber seiner Ab-
'
Gustav Adolf.
b--. >