Buch 
Geschichte : ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler / bearb. von P. Müller und J. A. Völker
Entstehung
Seite
132
JPEG-Download
 

132 Bilder aus der hessischen Geschichte.

5. Die Landgrafschaft Keffen-Darmstadt.

Georg I., der Fromme (15671596). Die obere Grafschaft Katzenelnbogen,die dem jüngsten von Philipps des Großmütigen Söhnen als Erbteil zufiel, lag imNordwesten der Provinz Starkenburg. Es waren alles in allem 79 Ortschaften, dieda zerstreut lagen. Aber Georg I. war ein guter Haushalter, der die Hilfsquellen

feines Landes zu nutzen verstand.Durch den künstlich angelegtenLand graben entwässerte er dasRied und gewann ausgedehnteStrecken des fruchtbarsten Bodens.Bei Auerbach ließ er einen Mar-morbruch und bei Oberramstadtein Kupferbergwerk anlegen.Seine Einkünfte vermehrten sichdadurch in einer Weise, daß er inDarmstadt ein Schloß und eineKirche bauen, dengroßen Woog"als Wasserbehälter gegen Feuersge-fahr anlegen und eine Menge vonHofgütern ankaufen konnte. Da-neben gründete er Kirchen unoSchulen und stattete sie mit Einkünf-ten aus. Nach dem kinderlosen Todefeines Bruders Philipp fielenihm mehrere Ämter in Oberhessenzu, darunter Homburg v. d. H-,Schotten und Stornfels.

Ludwig V., der Getreue(15961626), trat in die Fuß-stapfen feines Vaters. In dieZeit feiner Regierung fällt derAusbruch des verderblichen 30jührigen Krieges. In der Hoffnung, seinem Lande dieNachteile des Krieges ersparen zu können, blieb er neutral; aber damit hatte er esmit beiden Parteien verdorben. Ernst von Mansfeld (S. 80) fiel in Hessen ein.bekannte die festen Schlösser, plünderte die Dörfer und brannte sie nieder. AuchDarmstadt wurde eingenommen und geplündert. Der Landgraf mit seinem Sohnegeriet in Gefangenschaft, doch erlangte er durch den Sieg Tillys bei Höchst a. M.(1622) schon nach drei Wochen wieder feine Freiheit (Sage von dem treuen Köhler).Von seinem Oheim Ludwig IV. in Marburg, der 1604 starb, erbte er den nördlichenTeil der Provinz Oberhessen und die Wetterau. Ludwig V. ist der Stifter derHochschule in Gießen.

Georg II., der Gelehrte (16261661), besaß ausgedehnte Kenntnisse, die erdurch Reisen ins Ausland noch vermehrte. Trotz seiner Neutralität blieben dem Landedie Heimsuchungen des Krieges nicht erspart (S. 84). Er gründete das Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt.

Ludwig VI. (16611678). Seine Jugend fiel in die traurige Zeit des30 jährigen Krieges. Dies blieb nicht ohne Einfluß auf seinen Charakter. Doch warer gegen seine Untertanen gerecht und wohlwollend. Darmstadt verdankt ihm seinberühmtes Glockenspiel.

Ludwig VII. starb schon kurz nach seinem Regierungsantritt. Deshalb folgteihm sein Stiefbruder

Ernst Ludwig (16781739). Da dieser erst 11 Jahre zählte, so führte fürihn seine tatkräftige Mutter die Regierung. In die Regierungszeit Ernst Ludwigs